Die Preise für Rohdiamanten sind in diesem Jahr bereits um rund zehn Prozent angestiegen - nachdem sie sich mit Blick auf die vergangenen fünf Jahre bereits mehr als verdoppelt hatten. Dahinter standen unter anderem die Erholung der US-Wirtschaft und die Tatsache, dass Chinas wachsende Mittelklasse mehr von den edlen Steinen gekauft hat.

"Wir wissen, dass die Nachfrage größer als das Angebot sein wird"
De Beers, der weltweit größte Produzent der edlen Steine, will nun die Diamantenpreise um jährlich fünf Prozent anheben. Das Unternehmen setzt darauf, dass die Nachfrage helfen wird, die Ertragsvorgaben der Mutter Anglo American zu erfüllen. "Wir kennen den langfristigen Trend. Wir wissen, dass die Nachfrage größer als das Angebot sein wird", erklärt Philippe Mellier, Vorstandschef des Unternehmens, in einem Interview mit Bloomberg News. Zu den Zielen zählten "stabilere Preise" und weniger Volatilität.

Anglo American besitzt 85 Prozent an De Beers und will, dass die Tochter bis zum Jahr 2016 einen Kapitalertrag von 15 Prozent erreicht. "Wir haben einen Plan, um dorthin zu kommen", sagt Mellier. Vergangenes Jahr habe seine Firma schon einen Kapitalertrag von zehn Prozent erreichen konnte.

Zuversicht für Märkte in USA, China und Indien
De Beers prognostiziert, dass die weltweite Nachfrage in diesem Jahr zwischen vier und 4,5 Prozent klettern wird. Der US-Markt, der rund 37 Prozent ausmacht, wird Mellier zufolge aller Wahrscheinlichkeit nach im "hohen einstelligen Bereich" wachsen. Darüber hinaus macht er auch eine "gute Dynamik" auf dem chinesischen Markt aus. Und er sieht eine Wiederbelebung in Indien, nachdem dort ein Einbruch der Rupie die Nachfrage belastet hatte. Er glaubt, dass der Nachfrage-Anteil Indiens von rund acht Prozent im Jahr 2013 auf zehn Prozent zulegen wird.

Weitere Preissteigerungen in diesem Jahr unwahrscheinlich
De Beers hat die Preise bereits um fünf Prozent angehoben. Weitere Steigerungen sind in diesem Jahr unwahrscheinlich, sagt Mellier. Das dürfte die Banken beruhigen, welche die Kunden von De Beers finanzieren. Antwerp Diamond Bank, eine der führenden Banken in der Branche, erklärte im April, sie reduziere die Vorschüsse für Kunden, weil die Produzenten die Preise zu stark hochgetrieben hätten.

De Beers verkauft Diamanten bei zehn Veranstaltungen pro Jahr – den sogenannten "Sights". Dabei werden die Steine in schwarz-gelben "Sight Boxes" präsentiert und an ausgewählte Kunden zu festgelegten Preisen veräußert. (mb/Bloomberg)