"Es gibt bei Jupiter keine vorgegebene Hausmeinung, innerhalb der sich alle bewegen müssen. Stattdessen wird unabhängiges Denken großgeschrieben, welches unseren talentierten Fondsmanagern ermöglicht, aktiv Anlageentscheidungen zu treffen." Mit dieser Beschreibung der eigenen Firmenphilosophie begrüßte Maarten Slendebroek, Chief Executive Officer von Jupiter Asset Management, die gut 145 Gäste, die am Donnerstag zum "2. Jupiter-Sturm" im Wiener Palais Coburg erschienen waren.

Nicht nur einer der talentiertesten, sondern bestimmt auch einer der erfahrensten Fondsmanager ist Miles Geldard. Der Manager des preisgekrönten Jupiter Strategic Total Return blickt auf mehr als 30 Jahre Investmenterfahrung zurück. In seinem Investmentausblick wies er unter anderem auf die Nachwehen der internationalen Finanzkrise hin. "Versucht man ein Problem zu lösen, können neue Probleme die Folge sein", so Geldard. Die Folgen der massiven geldpolitischen Interventionen würden immer noch unterschätzt. Die Sekundäreffekte solcher Eingriffe hätten ihm zufolge Auswirkungen auf die Finanzmärkte.

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"Probleme nur beiseitegeschoben"
So sei es schwierig das Finanzsystem von der "süßen Medizin" zu entwöhnen. Die wichtigsten Notenbanken haben ihre Bilanzen seit 2006 um bis zu 500 Prozent und mehr aufgebläht. Dies habe Instabilitäten geschaffen. Die Probleme wurden möglicherweise beiseitegeschoben, so Geldard, nicht aber aus der Welt geschafft. "Zu hohe Schulden waren 2007 das Problem. Auch jetzt noch sich die Schulden zu hoch." Hinzu käme eine gewisse Dysfunktion der Rentenmärkte. "Die Renditekurve ist entscheidend für die preisliche Bewertung von Risiken und die Justierung der Renditen der einzelnen Anlageklassen."

Die Konsequenzen liegen seiner Einschätzung nach auf der Hand: Bei Währungen und Anleihen werde die erhöhte Volatilität noch länger andauern. Die Zahlungsausfälle nehmen zu, die Erholungen ab. Und bei Aktien erkennt Geldard "selektive Chancen", rät gleichzeitig aber auch zur Vorsicht hinsichtlich Titeln, an die hohe Wachstumserwartungen geknüpft sind.

"Ökologie wird Mainstream"
Ein weiterer wichtiger Mann in Slendebroeks Team ist Charlie Thomas, Fondsmanager des Jupiter Global Ecology Growth. Der Fonds – einer der ältesten seiner Art in Europa – investiert langfristig in Unternehmen, die eine führende Rolle bei der Entwicklung von Lösungen für globale Umweltprobleme spielen. Zu den zentralen Anlagethemen gehören Ressourceneffizienz, Infrastruktur und Demografie. Zum aktuellen Investitionsumfeld sagt Thomas: "Der Markt durchlebt eine interessante Entwicklung. Aus einem Nischenthema wird Mainstream und in Bezug auf Performance eine dynamische Anlageklasse, die eine breite Streuung, ein globales Exposure und Wachstumschancen bietet."

Im Anschluss an den Investmentausblick der beiden Top-Fondsmanager erwartete die Besucher eine exklusive Sturm- und Weinverkostung mit den österreichischen Spitzenwinzern Manfred Tement (Weingut Tement), Toni Bodenstein (Weingut Prager), Erich Andert (Weingut Kracher) und Hans Schwarz (Weingut Schwarz). (dw)