Die vor längerem angekündigte österreichische Finanzbildungsstrategie ist fertig und soll kommende Woche Ministerrat beschlossen werden. Dann gibt es Details – etwa auch OECD-Daten zum Finanzbildungsstatus in Österreich. Österreich stehe im internationalen Vergleich nicht schlecht da, dennoch könne man sich nicht zurücklehnen, sagte Nicola Brandt, Leiterin des OECD Berlin Centre, in einer Pressekonferenz mit Finanzminister Gernot Blümel.

Österreich hat seine Finanzbildungsstrategie mit der OECD ausgearbeitet. Auch andere Länder (Polen, Griechenland, Portugal) wollen nun ähnliche nationale Pläne einsetzen, so Brandt.     

Vorhandene Angebote
Österreich geht so vor, dass die vorhandenen Finanzbildungsangebote von privaten, öffentlichen und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen genutzt und besser koordiniert werden sollen. Dafür wird laut Blümel ein eigenes Steuerungs- und Koordinierungsgremium eingerichtet. Geplant ist weiters ein Portal, auf dem ein Finanzführerschein erworben werden kann. Das Portal soll kommendes Jahr starten; wann genau, sei noch ungewiss, sagte Blümel. Es gebe ein Monitoring der Strategie über die kommenden fünf Jahre hinweg.

Die Finanzbildungsstrategie ist ein Teil der Maßnahmen, die im Rahmen des nationalen beziehungsweise EU-weiten Corona-Wiederaufbauprogrammes gefördert werden. In der Einreichung bei der EU-Kommission heißt es: "Die Umsetzung der Reform soll bis 30. September 2021 beginnen, und sie wird bis 31. Dezember 2022 abgeschlossen sein."

KESt-Befreiung bei Haltefrist
Zu der im Regierungsprogramm 2020-2024 vorgesehenen Kapitalertragsteuerbefreiung von Kursgewinnen bei Wertpapieren und Fondsprodukten nach einer gewissen Haltefrist nannte Blümel keinen konkreten Zeitplan. Eine Spekulation, wonach die Behaltefrist deutlich länger als ein Jahr ausfallen könnte, verneinte Blümel nicht. Er betonte, diese solle so gestaltet sein, dass kein Anreiz für Spekulationen, jedoch einer für die Altersvorsorge entsteht.

Bei Kryptowährungen hingegen sollen die Schrauben angezogen werden, wie Blümel deutlich machte. Seit längerem kursieren Informationen, wonach das Finanzministerium die Abgaben für Bitcoin und andere digitale Assets zumindest mit der Wertpapierbesteuerung harmonisieren möchte. Derzeit ist der Verkauf von Kryptoassets nur innerhalb eines Jahres ab Anschaffung steuerpflichtig. Nur Gewinne für diesen Zeitraum müssen in der Einkommenssteuererklärung angegeben werden, während Wertpapiergewinne mit 27,5 Prozent besteuert werden. Blümel sagte dazu, Kryptowährungen seien "noch nicht definiert als etwas, wo Gewinnsteuer anfällt, das müssen wir ändern". (eml)