Das Volumen von nachhaltigen Geldanalagen – Fonds, Mandate und Bankeinlagen – ist 2013 erneut gestiegen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sozial und ökologisch bewusste Investments binnen eines Jahres um zwölf Prozent oder rund 14 Milliarden Euro zugelegt. Laut dem Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2014, den das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) am 7. Mai veröffentlicht hat, ist der Markt in den drei Ländern mittlerweile insgesamt 134,5 Milliarden Euro stark. 2012 war das Volumen um 16 Prozent geklettert, 2011 betrug das Plus rund zehn Prozent. Dabei steckt in Deutschland der Großteil des Geldes in Bankeinlagen, während in Österreich Fonds und Mandate das meiste nachhaltige Geld verwalten, so das FNG.

In Deutschland waren zum Jahreswechsel demnach laut des FNG knapp 80 Milliarden Euro in nachhaltige Investments angelegt. Davon entfallen 12,7 Milliarden Euro auf Fonds, 18,2 Milliarden Euro auf – institutionelle – Mandate und 49 Millionen auf (Bank)Einlagen. In Österreich dagegen liegt der Großteil des nachhaltigen Geldes in Fonds (4,1 Milliarden Euro) und Mandaten (2,6 Milliarden Euro). 500 Millionen Euro waren in Einlagen einer Spezialbank mit Nachhaltigkeitsfokus angelegt.

Volumenanstieg bei nachhaltigen Fonds
Betrachtet man die Volumenentwicklung der Fonds genauer, so zeigt sich, dass dieses in Österreich gegenüber 2012 um 41 Prozent (4 Milliarden Euro) gestiegen ist, das der Mandate um 13 Prozent (2,56 Milliarden Euro). In Deutschland wiederum betrug das Plus der Fonds 25 Prozent (12,7 Milliarden Euro), Mandate legten um 15 Prozent oder 18,2 Milliarden Euro zu. Eine Zahl zum längerfristigen Vergleich: Ende 2005 waren in nachhaltigen Fonds – über alle drei Länder – nur sechs Milliarden Euro investiert.

Wie weit der Volumenanstieg auf die Performance der Fonds zurückzuführen ist, ist aufgrund der aus Aktien-, Renten- und Mischfonds aggregierten Volumen nur schwer nachzuvollziehen. Ein Blick auf den Dow Jones Global Sustainability World Index (DJSI), der rund 500 nach ethischen, ökologischen und sozialen Kriterien ausgewählte globale Aktien enthält, zeigt, das dieser 2013 um rund 14 Prozent gestiegen ist. Der MSCI World stieg im gleichen Zeitraum übrigens um rund 16 Prozent.

Institutionelle Anleger setzen verstärkt auf Nachhaltigkeit
"Die nachhaltigen Anlagemärkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz entwickeln sich seit Jahren positiv", sagt der FNG-Vorstandsvorsitzende Volker Weber mit Blick auf die neuen Marktzahlen.  "Vor allem institutionelle Investoren legen bei ihrer Vermögensverwaltung Wert auf nachhaltige Anlagekriterien", hebt FNG-Geschäftsführerin Claudia Tober hervor. "In der Schweiz und Österreich investieren betriebliche Pensionsfonds besonders häufig in nachhaltige Anlagelösungen, während in Deutschland der größte Anteil auf kirchliche Institutionen und Wohlfahrtsorganisationen entfällt", erklärt die Expertin für Nachhaltige Geldanlagen. "Aber auch die privaten Anleger sind mit Marktanteilen von 41 Prozent in der Schweiz sowie 25 Prozent in Deutschland und immerhin 14 Prozent in Österreich von Bedeutung."

Ein weiterer wichtiger Trend ist in allen drei Ländern die Anwendung des Ausschlusskriteriums Streumunition und Antipersonenminen auf das gesamte verwaltete Vermögen. Geächtete Waffen werden in Deutschland, Österreich und der Schweiz mittlerweile bei knapp 2,5 Billionen Euro ausgeschlossen. "Die Tendenz weist hier deutlich in Richtung eines Standards, dem sich immer mehr Finanzakteure verpflichtet fühlen", unterstreicht der Finanz- und Nachhaltigkeitsexperte Volker Weber. (jb)