René Benko, der ein globales Immobilienimperium im Wert von 27 Milliarden US-Dollar aufgebaut hatte – mit Objekten vom Chrysler Building in New York bis zum Londoner Kaufhaus Selfridges –, ist in einem zweiten Verfahren am Landesgericht Innsbruck wegen Insolvenzdelikten aufgrund des Verschweigens einiger Luxusuhren vor Gläubigern schuldig gesprochen worden. Seine Ehefrau Nathalie Benko hingegen wurde freigesprochen.

Der ehemalige Immobilientycoon wurde jedoch vom Vorwurf freigesprochen, weitere Uhren und Bargeld vor den Anspruchsberechtigten aus dem Zusammenbruch der Signa-Gruppe verborgen zu haben. Der Schöffensenat verhängte eine 15-monatige bedingte Haftstrafe und eine unbedingte Geldstrafe (360 Tagsätze à 12 Euro). Benko werde bis kommende Woche prüfen, ob er Berufung einlegt, so sein Anwalt Norbert Wess.

Frühere Verurteilung in Innsbruck
Bereits im Oktober war Benko von einem Innsbrucker Gericht zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er schuldig befunden wurde, seiner Mutter vor dem Kollaps seines Immobilienkonglomerats 300.000 Euro geschenkt zu haben. Benko hat gegen dieses Urteil Rechtsmittel eingelegt. Das Gericht sprach ihn zugleich von Vorwürfen im Zusammenhang mit einer angeblichen 360.000-Euro-Anzahlung auf einen Mietvertrag frei.

Die Anklagen wegen Insolvenzdelikten sind die ersten strafrechtlichen Untersuchungen, die vor Gericht gelangt sind. Staatsanwälte ermitteln jedoch in mehr als einem Dutzend weiterer Fälle, darunter wegen Betrugs, Unterschlagung und Betrugs im Zusammenhang mit Insolvenz. Auch Behörden in Deutschland und Italien führen eigene Ermittlungen durch.

Folgen der Signa-Pleite
Der Bankrott von Signa hatte weitreichende Folgen für einige der größten Banken und Investoren Europas. Insolvenzverwalter arbeiten weiterhin daran, das komplexe Geflecht der Verbindlichkeiten aufzulösen, während sie das Immobilienportfolio des Konzerns veräußern. (mb/Bloomberg)