Online-Shopping ist noch mehr als ein weiteres Jahr ohne die eigentlich seit 14. September nötigen strengen Regeln zur Kundenauthentifizierung möglich. Das teilt die Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) mit. Sie hat die Frist zur Umsetzung der "Zwei-Faktor-Authentifizierung" für Kartenzahlungen bei E-Commerce-Geschäften bis 31. Dezember 2020 verlängert.

Nicht vorbereitet
Die Behörde folgt damit einer Stellungnahme der Europäischen Bankenregulierungsbehörde (EBA). Diese hat die neue Deadline in der Vorwoche vorgeschlagen. Hintergrund für den Aufschub ist, dass viele Online-Händler sich nicht ausreichend vorbereitet haben. Außerdem werden Einbußen befürchtet, da viele Kunden nicht mit dem System vertraut sind. In Österreich haben Tourismus und Hotellerie gewarnt, dass bei Kreditkartenunternehmen und anderen Zahlungsdienstleistern viele Zahlungsvorgänge abgebrochen werden, weil die Kunden durch die neuen Vorschriften irritiert sind.

Die Regeln sollen die Betrugsmöglichkeiten reduzieren. Sie sehen vor, dass die Identität einer zahlenden Person künftig mindestens anhand von zwei aus drei Faktoren zu überprüfen ist. Diese Faktoren sind: Wissen (etwa ein Passwort), Besitz (zum Beispiel eine Karte, die mittels Kartenlesegerät eingelesen wird, oder ein Handy, auf dem ein TAN-Code empfangen wird) und Inhärenz (etwas, das nur die zahlende Person besitzt, wie zum Beispiel ein Fingerabdruck oder Gesichtsscan).

Kein Aufschub ohne Bedingungen
Zahlungsdienstleister, die von der Fristverlängerung Gebrauch machen wollen, müssen der FMA einen Plan vorlegen, wie sie die starke Kundenauthentifizierung bis spätestens Ende 2020 sicherstellen werden. Sie müssen die Behörde laufend über den Fortschritt des Implementierungsprozesses informieren, heißt es dort.

Für alle anderen Geschäfte außer E-Commerce, wie zum Beispiel beim Online-Zugriff auf ein Zahlungskonto, bei elektronischen Überweisungen, oder bei "Point of Sale"-Zahlungen – gilt die Fristverlängerung nicht. Hier ist die starke Kundenauthentifizierung bereits mit dem 14. September 2019 europaweit erforderlich. (eml)