Der Direct Market Plus der Wiener Börse ist seit Mittwoch (1.7.) offiziell als EU-KMU-Wachstumsmarkt registriert. Unternehmen, die in diesem Segment notieren, momentan sind es elf, erhalten damit Ausnahmen von der Prospekterstellung bei Kapitalerhöhungen und einen reduzierten Prospektumfang bei einem Aufstieg in den Prime Market oder Standard Market (Amtlicher Handel), wie die Börse mitteilt.

Die Bewilligung dafür hat die Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA erteilt; die gesetzliche Grundlage für die Registrierung wurde mit der nationalen Umsetzung des EU Listing Act geschaffen, der diesen Juni in Kraft getreten ist.

Reformpaket der EU
Beim Listing Act handelt es sich um ein Reformpaket der EU, das den Zugang zu öffentlichen Kapitalmärkten modernisieren und erleichtern soll, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Mit der nationalen Umsetzung wurde das österreichische Kapitalmarktgesetz (KMG) angepasst: Der Schwellenwert für die Prospektpflicht steigt auf zwölf Millionen Euro. Öffentliche Wertpapierangebote bis zu diesem Betrag sind damit prospektfrei. "Eine erhebliche Erleichterung für KMU und ein Plus an Finanzierungsmöglichkeiten", schrieben FMA-Experten anlässlich der Einführung Anfang Juni in einer Aussendung.

Erleichterungen bei der Zulassung von Aktien
Die Mindestmarktkapitalisierung bleibt bei einer Million Euro. Gleichzeitig entfällt aber die dreijährige Bestandsdauer der Gesellschaft und die Veröffentlichungspflicht für die letzten drei Jahresabschlüsse. Der erforderliche Mindeststreubesitz sinkt von 25 auf zehn Prozent. (eml)