Gleich vier Investorenwarnungen verlautbarte die Finanzmarktaufsicht FMA per 27. April 2019. "Five Winds Asset Management" ist demnach eben so wenig berechtigt konzessionspflichtige Bank- beziehungsweise Wertpapiergeschäfte anzubieten wie "BitcoinCode", "AlgoTechs" und "Go T limited". Damit kletterte die Anzahl an entsprechenden Warnungen allein im April dieses Jahres auf elf, seit Anfang Januar listet die Aufsichtsbehörde schon 38 Unternehmen, die in Österreich versuchen, Anleger zu ködern, obwohl ihnen dafür die benötigten Zulassungen fehlen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 23, für das Gesamtjahr lag die Zahl laut den Online-Informationen der FMA-bei  61.

In vielen Fällen geht es dabei auch nicht nur um einen Mangel an Zulassungen, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit um Betrugsversuche. So warnte die FMA am 18. April vor einer Internetseite www.oliverantonlintner.com, die Finanzdienstleistungen anbietet, mit dem tatsächlich in Österreich tätigen gerichtlich zertifizierten Sachverständigen für Bank, Börse und Versicherung, langjährigen Vermögensverwalter und Fintech-Gründer Mag. Oliver Lintner jedoch in keinerlei Verbindung steht.

Die FMA schreibt zu solchen Clone-Firmen: Die Verwendung von Clone Firms ist eine gängige Betrugsmethode. Dabei geben sogenannte "Clone Firms" beziehungsweise "Clone Individuals" fälschlicherweise vor, ein zum Geschäftsverkehr zugelassenes Unternehmen zu sein, um das Vertrauen der Kunden zu wecken. Sie verwenden in betrügerischer Absicht den Namen eines tatsächlich existierenden und zugelassenen Unternehmens (oftmals handelt es sich dabei um Versicherungsvermittler) und geben vor, für dieses Unternehmen tätig zu sein. Die Websites solcher Unternehmen werden aufwendig gestaltet und es werden vor allem Vermögensverwaltung beziehungsweise -optimierung oder Investmentmöglichkeiten angeboten. Eine tatsächliche Zulassung für diese Geschäfte haben diese Unternehmen jedoch nicht.

Alarm-App gestartet
Seit Jahresbeginn musste die Behörde sogar schon zwei Mal vor Betrügern warnen, die sich als FMA-Mitarbeiter ausgeben und behaupten, Kunden eines liquidierten Brokerunternehmens Zugang zu einer Rückzahlung verschaffen zu wollen – selbstverständlich erst nach Vorauszahlung einer "Provision" (eine laufende Übersicht über die Warnungen finden Sie hier.)

Die Aufsichtsbehörde bietet auch eine App für mobile Geräte an, mit der man sich in der Unternehmensdatenbank der Behörde über den rechtlichen Status von Vermittlern und Anbietern informieren kann. Außerdem erhält man die jeweils aktuellsten Investorenwarnungen automatisch aufs Telefon. (gf)