In Österreich kursieren wieder betrügerische SMS, die Empfänger zur angeblichen Verlängerung oder Erneuerung ihrer ID Austria, welche unter anderem auch für Finanzonline benötigt wird, auffordern. Die Nachrichten wirken auf den ersten Blick plausibel: Sie nennen ein konkretes Ablaufdatum und verweisen auf eine Website, die einer offiziellen Behördenseite nachempfunden ist.

Schon im April hatte das Bundeskriminalamt vor gefälschten SMS zur ID Austria gewarnt. Dass die Betrugsmasche derzeit wieder verstärkt auftritt, bestätigt auch Watchlist Internet auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE. Die Plattform beobachtet seit dem Frühjahr eine Zunahme von Phishing-Angriffen, auch im Zusammenhang mit der ID Austria. Aktuell würden dort laufend Meldungen zu entsprechenden SMS eingehen.

Gefälschte Behördenadresse
Ein genauer Blick auf die Internetadresse entlarvt den Betrugsversuch. Die im vorliegenden Fall verwendete Domain imitiert Bestandteile einer österreichischen Behördenadresse, endet jedoch auf ".com". Offizielle österreichische Verwaltungsseiten verwenden dagegen Adressen unter "gv.at".

Auf der gefälschten Website werden unter anderem Name, Geburtsdatum, Adresse und Telefonnummer abgefragt. Anschließend sollen Betroffene auch ihre IBAN angeben und ihre Bank auswählen. Ziel solcher Phishing-Seiten ist es, sensible persönliche Informationen oder Zugangsdaten zum Onlinebanking zu erlangen.

Reale Ablauffrist macht SMS glaubwürdig
Besonders tückisch ist, dass Zertifikate der ID Austria tatsächlich eine begrenzte Gültigkeitsdauer besitzen. Eine ID Austria mit Vollfunktion ist grundsätzlich fünf Jahre gültig. Bei Personen, die ihre frühere Handy-Signatur umgestellt haben, wurde deren verbleibende Laufzeit übernommen. Eine notwendige Verlängerung erfolgt jedoch über die offiziellen Angebote der ID Austria und nicht über einen Link in einer SMS.

Nach Einschätzung von Watchlist Internet dürfte die aktuelle Welle mit tatsächlich ausgelaufenen ID-Austria-Zertifikaten zusammenhängen. Zwischen Mai und August 2026 verlieren rund 300.000 Zertifikate ihre Gültigkeit. Kriminelle dürften diese Situation gezielt ausnutzen und Nutzer mit gefälschten Nachrichten zur angeblichen Verlängerung oder Erneuerung der ID Austria täuschen.

Wer eine entsprechende SMS erhält, sollte den enthaltenen Link keinesfalls öffnen, die Nachricht löschen und die Gültigkeit seiner ID Austria ausschließlich über die offiziellen Angebote, etwa über die ID-Austria-App oder die Website id-austria.gv.at, prüfen. Verdächtige SMS können zudem bei der Meldestelle Rufnummernmissbrauch (externer Link) der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, kurz RTR, gemeldet werden. (cf)