US-Börsenaufsicht rüttelt am System: Quartalszahlen vor dem Aus
Die US-Börsenaufsicht SEC könnte die Pflicht zu Quartalsberichten kippen. Laut einem Medienbericht sollen Unternehmen ihre Zahlen künftig auch nur noch halbjährlich vorlegen können.
Börsennotierte Unternehmen in den USA könnten künftig deutlich seltener über ihre Geschäftsentwicklung berichten müssen. Die US-Börsenaufsicht SEC arbeitet an einem Vorschlag, der die verpflichtende Quartalsberichterstattung aufheben würde, berichtet das "Wall Street Journal". Demnach sollen Unternehmen die Möglichkeit erhalten, ihre Ergebnisse nur noch halbjährlich zu veröffentlichen, anstatt wie bisher alle 90 Tage.
Regel soll nicht abgeschafft, sondern gelockert werden
Eine vollständige Abschaffung der Quartalsberichte ist laut dem Bericht jedoch nicht geplant. Vielmehr soll die vierteljährliche Veröffentlichung freiwillig werden, schreibt das "WSJ".
Der Vorschlag könnte bereits im kommenden Monat vorgelegt werden. In diesem Zusammenhang führt die SEC Gespräche mit großen Börsenbetreibern, da auch deren Regelwerke angepasst werden müssten, heißt es in dem Bericht. Nach Veröffentlichung würde die SEC zunächst eine öffentliche Konsultation durchführen, die üblicherweise mindestens 30 Tage dauert. Erst danach soll laut "WSJ" über den Vorschlag abgestimmt werden.
Politische Debatte über Nutzen und Risiken
Die Diskussion über eine Lockerung der Berichtspflichten läuft bereits länger. US-Präsident Donald Trump hatte sich wiederholt für ein Ende der Quartalsberichte ausgesprochen. Unterstützung kam dabei auch vom Vorsitzenden der Börsenaufsicht, Paul Atkins.
Die Argumentation: Weniger häufige Berichte könnten kurzfristiges Denken in Unternehmen reduzieren und zugleich Kosten senken. Kritische Stimmen warnen hingegen, dass geringere Berichtspflichten die Transparenz am Kapitalmarkt verringern und stärkere Kursschwankungen begünstigen könnten. (mb)















