2015 zog sich Peter Weinzierl aus dem Vorstand und der operativen Tätigkeit der Meinl Bank zurück. Dem Abgang von Weinzierl ging ein langwieriger Schlagabtausch zwischen Finanzmarktaufsicht (FMA) und der Meinl Bank voraus. Nun dürfte Weinzierl jedoch neues Ungemach drohen. So berichtet der Kurier, dass der Prozessfinanzierer Advofin ein möglicherweise folgenschweres Urteil (nicht rechtskräftig) gegen den Ex-Vorstand erwirkt hat.

"Wir haben erstmals ein Schadenersatz-Urteil gegen den früheren Meinl-Bank-Vorstand Peter Weinzierl persönlich erstritten", erklärt Gerhard Wüest, Chef des Prozessfinanzierers gegenüber der Tageszeitung. Und AdvoFin-Anwälte Ulrich Salburg und Sebastian Furtmüller ergänzen: "Das ist das erste Mal, dass ein Meinl-Bank-Vorstand persönlich zur Haftung verurteilt wurde."

Wüest und Salburg gehen davon aus, dass sie auch Ex-Banker Julius Meinl in weiteren Prozessen persönlich belangen können.

Vorwurf der arglistigen Täuschung
Der Kernvorwurf in dem 66 Seiten starken Urteil des Handelsgerichts Wien ist die arglistige Täuschung der Anleger durch irreführende Ad-hoc-Meldungen und Marktmanipulation. Der Vorteil für Anleger: Bei Arglist haben diese nicht drei, sondern sogar 30 Jahre Zeit, ihre Geldforderungen per Gericht einzuklagen. Laut Kurier bestreiten jedenfalls Privatbank, Weinzierl und Julius Meinl vehement alle Vorwürfe. Das Urteil ist auch noch nicht rechtskräftig, dem Vernehmen wird man  Berufung einlegen. 

Im aktuellen Fall müssen Meinl Bank und Weinzierl dem geschädigten Anleger 50.685 Euro Schadenersatz samt vier Prozent Zinsen zahlen – wenn das Urteil am Ende rechtskräftig ist. Die Anwaltskanzlei von Weinzierl wollte gegenüber dem Kurier keine Stellungnahme abgegeben. (gp)