Die rund 3.000 Stiftungen in Österreich müssen heuer einige Änderungen berücksichtigen. Der Eingangssteuersatz, der seit knapp zwei Jahrzehnten bei 2,5 Prozent lag, wird auf 3,5 Prozent erhöht, die laufende Zwischensteuer steigt von 23 auf 27,5 Prozent. Das Finanzministerium, das von einem Stiftungsvermögen von rund 70 Milliarden Euro ausgeht, erwartet sich einen merkbaren Zufluss im Budget.

Es wird nicht die letzte Änderung gewesen sein. Das Privatstiftungsgesetz in Österreich stammt aus dem Jahr 1993 und wurde mehrfach novelliert. Auch wegen der Causa Benko steht das Stiftungsthema unter ständiger Beobachtung. 

Stiftungspreise verliehen
Wissenschaftliche Arbeiten, in denen Stiftungsthemen juristisch aufbereitet werden, holt regelmäßig die zur Raiffeisen Bank International (RBI) gehörende Kathrein Privatbank vor den Vorhang. Dieses Jahr ging der Hauptpreis an die Wiener Juristin Ulrike Prokes (Gibel Zirm Rechtsanwälte) für ihre Arbeit "Die Foundation Governance gemeinnütziger Stiftungen im Spannungsfeld zwischen Rechtsdogmatik und Rechtswirklichkeit". Prokes untersucht in dieser Arbeit, wie man eine Stiftung vor missbräuchlichem Verhalten absichern kann, teilt Kathrein mit.

Den Anerkennungspreis erhielt die Schweizerin Michelle Kalt für ihre Arbeit "Der Trust im erbrechtlichen Verfahren". Kalt ist nicht nur Rechtsanwältin (Jakob Advisory), sondern dem Schweizer Publikum auch als Satirikerin bekannt. Im Schweizer Fernsehen kommentierte sie lange als TV-Anwältin Gesetze aus einem ironischen Blickwinkel. 

Verliehen wurden die Auszeichnungen heuer zum 21. Mal. Das Preisgeld beträgt 3.500 Euro. Die Jury unter der Leitung von WU-Unternehmensrechtlerin Susanne Kalss besteht aus Vertretern von Wissenschaft und Praxis. (eml)