Sewing zur neuen KI-Gefahr: Achtsamkeit ja, aber keine "Alarmglocken"
Ein neues KI-Modell sorgt weltweit für Aufmerksamkeit. Deutsche Banken sehen sich laut Verbandschef Christian Sewing dennoch gut gerüstet – auch wenn Cyberrisiken stärker in den Fokus rücken.
Deutsche-Bank-CEO Christian Sewing sieht die Banken in Deutschland gut gewappnet gegen steigende Cyberrisiken – auch angesichts globaler Ängste, die durch ein neues KI-Modell von Anthropic ausgelöst wurden.
"Es ist mit Sicherheit nicht irgendwas, was auf unserer Seite jetzt zu Panik oder zu irgendwelchen Alarmglocken führt", sagte Sewing am Montag (20.4.) in seiner Funktion als Präsident des Bundesverbands deutscher Banken. "Aber es ist sicherlich etwas, was wir in unserem täglichen Risikomanagement beachten müssen."
Fokus auf KI-Modell "Mythos"
Der Verband hat eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die Informationen und Leitlinien bereitstellen soll, insbesondere für kleinere Banken. Dort werden mögliche Verteidigungsszenarien erörtert, sagte Sewing gegenüber Journalisten.
Aufsichtsbehörden, Zentralbanker und Unternehmenslenker bemühen sich, mehr Einblick in das Modell "Mythos" zu gewinnen. Es ist bislang nicht breit verfügbar, soll jedoch das Potenzial haben, digitale Schwachstellen auszunutzen. Europäische Banken hätten in den vergangenen Jahren "enorm viel Arbeit" geleistet, um ihre Cyberabwehr zu verbessern, so Sewing. Sie stünden im Austausch mit den Aufsichtsbehörden.
Zugang bleibt vorerst begrenzt
Anthropic hat die Veröffentlichung von "Mythos" zunächst auf einige Dutzend Unternehmen beschränkt. Dazu zählen JP Morgan Chase, Amazon und Apple. Diese Firmen sind Teil des sogenannten "Project Glasswing", das darauf abzielt, die wichtigsten Systeme abzusichern, bevor ähnliche KI-Modelle breiter verfügbar werden.
Finanzinstitute in anderen Teilen der Welt drängen Anthropic, frühzeitig Zugang zu "Mythos" zu erhalten, um das Modell zu testen und Schwachstellen in ihren eigenen Systemen zu identifizieren.
"Natürlich bemüht sich jeder um den Zugang. Aber ich finde es auch richtig, dass das erst mal begrenzt ist, damit man jetzt nicht in eine Generalisierung abgleitet und das Thema dann vielleicht dadurch sogar noch verschärft", sagte Sewing. (mb/Bloomberg)















