Die luxemburgische Advanzia Bank S.A. muss die Bedingungen für ihre Kreditkarte "free Mastercard Gold", die sie in Österreich über ihre Homepage anbietet, umfassend überarbeiten. 15 Klauseln in dem Vertrag sind rechtswidrig, entschied das Handelsgericht (HG) Wien. Das Urteil ist rechtskräftig.

Unerlaubt ist zum Beispiel der in den Klauseln verlangte Selbstbehalt des Kunden von 150 Euro, wenn durch leicht fahrlässiges Verhalten die Kreditkarte missbraucht wird. Bereits seit Juni 2018 gelte in so einem Fall in Österreich eine maximale Haftung von 50 Euro, schreibt der Verein für Konsumenteininformation (VKI). Dieser hatte im Auftrag des Sozialministeriums gegen die Advanzia Bank geklagt.

Zwölf Uhr ist nicht nahe am nächsten Tag
Einer anderen Klausel zufolge galt ein Zahlungsauftrag bei der Advanzia nur dann als am selben Tag eingegangen, wenn er bis zwölf Uhr bei der Bank eingelangt war. Ein derartiger "Cut-Off-Zeitpunkt" müsse nahe dem Ende des Geschäftstages liegen, urteilte das Gericht und betrachtet die Regelung als unzulässig.

Auch die Bewerbung der Karte auf "www.free.at" mit tabellarisch dargestellten Zinssätzen passte nicht. Die Tabelle sei nicht klar und prägnant dargestellt und nicht optisch hervorgehoben. Außerdem enthielt sie kein repräsentatives Beispiel. Dem Verbraucher wird damit der Vergleich mit anderen Angeboten schwer gemacht.

Eine weitere Bestimmung sah vor, dass Karteninhaber ihr tägliches Verfügungslimit nur bei einem Telefonservice abfragen können. Vielmehr muss das Verfügungslimit dem Kunden als wesentliche Information schon vorab bekannt gegeben werden. (eml)