Kim Jong Un, Nordkoreas Staatsoberhaupt, sorgt regelmäßig für Schlagzeilen. Doch auch sein Netzwerk hat es in sich. Zum Beispiel die drei Hacker Kim Il, Park Hyok und Jon Hyok. Sie sind Teil der "Gruppe Lazarus", die im Auftrag des nordkoreanischen Geheimdienstes RGB gezielte Cyberattacken auf Banken in der westlichen Hemisphäre durchführen - im  Mai 2019 beispielsweise auf diverse Schweizer Kreditinstitute. Das US-amerikanische Justizministerium bereitet nun ein Gerichtsverfahren gegen die IT-Kriminellen vor, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Der zuständige Staatsanwalt bezeichnete das Trio als "die besten Bankräuber der Welt."

Die Gruppe soll in den vergangenen Jahren an mehreren kostspieligen Cyberangriffen beteiligt gewesen sein. Ihr Ziel: Geld für die nordkoreanische Regierung stehlen. Adam Meyers von der Cybersicherheitsfirma Crowdstrike glaubt, dass die Raubzüge seit mindestens 2015 stattfinden. "Sie versuchen so, die Wirtschaftssanktionen der USA und der Internationalen Gemeinschaft zu umgehen", sagt Meyers gegenüber der "Süddeutsche Zeitung" (SZ). So soll die Gruppe beispielsweise das Bankenkommunikationssystem Swift gehackt und mit falschen Überweisungen rund 100 Millionen US-Dollar gestohlen haben. 

Milliardenhoher Schaden
Insgesamt geht das US-amerikanische Justizministerium davon aus, dass die Lazarus-Gruppe mittlerweile rund eine Milliarde Euro erbeutet hat, berichtet die FAZ. Immer öfter sollen die Hacker auch Kryptowährungsbörsen angegriffen haben. Bitcoin und andere virtuell Währungen sind besonders attraktiv für die Kriminellen, weil sie sich einer aufbewahren und über Landesgrenzen verschicken lassen, als gewöhnliches Geld. (fp)