Für Österreichs Pensionskassen bricht aus regulatorischer Sicht zumindest teilweise eine neue Ära an. Die neuen Anlagevorgaben ersetzen die bisherigen, vom Gesetzgeber vorgegebenen Obergrenzen bei den jeweiligen Anlageklassen. Darüber berichtet die "APA“ unmittelbar nach Bekanntgabe des Gesetzesbeschlusses respektive der "Pensionskassengesetz-Novelle“ im österreichischen Parlament. Zukünftig müssen die heimischen Pensionskassen interne Anlagerichtlinien definieren, die der Finanzmarktaufsicht (FMA) vorzulegen sind.

Bislang hatten Österreichs Pensionskassen bei ihren Aktien-Engagements ein Limit von 70 Prozent des Gesamtvermögens zu beachten. In der Realität wurde diese Quote jedoch nie erreicht. Nach Auskünften des Fachverbandes der Pensionskassen lag die Aktienquote im Vorjahr bei 36,0 Prozent, 2016 waren es rund 30 Prozent und 2013 exakt 28,2 Prozent. Fremdwährungsinvestments waren bisher mit 30 Prozent beschränkt, dieseRegel fällt nun.

Weitere Novellierungen
Mit der Gesetzesänderung werden darüber hinaus die grenzüberschreitenden Tätigkeiten von Pensionskassen erleichtert. Neu sei laut APA neben der Ausweitung des Risikomanagements auf die Pensionskassen unter anderem die Festlegung von Qualitätsanforderungen von Vorständen und die Erweiterung von Informationspflichten.

Die Änderungen passierten am Mittwoch den Nationalrat mit den Stimmen der Regierungsparteien ÖVP und FPÖ sowie der NEOS. Für die SPÖ und die politisch dem grünen Lager zuzurechnende "Liste Pilz" stellt hingegen die Abschaffung der Anlagegrenzen für Aktiengeschäfte einen zu weitgehenden Liberalisierungsschritt dar. (aa)