Die Europäische Kommission plant, den Start der technischen Regulierungstandards (RTS), welche die Vorgaben der EU-Offenlegungsverordnung präzisieren werden, um sechs Monate zu verschieben. Sie sollen statt ab dem 1. Januar 2022 erst ab dem 1. Juli 2022 anzuwenden sein. Dies teilt die Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat in einem Schreiben mit, das auf den Internetseiten der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA), der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) und der Europäischen Bankaufsichtsbehörde (EBA) abrufbar ist (externer Link).

Die RTS, die ihr von den drei Europäischen Aufsichtsbehörden (ESAs) am 4. Februar 2021 vorgelegt worden waren, habe die Kommission nicht innerhalb der vorgesehenen Frist annehmen können, heißt es in dem Papier. Der Grund: Die Präzisierungen zur EU-Offenlegungsverordnung seien sehr lang und technisch detailliert. Daher benötige die Kommission mehr Zeit.

Weitere RTS in Arbeit
Zudem arbeiteten die ESAs derzeit an Entwürfen für weitere RTS. Die insgesamt 13 technischen Regulierungsstandards, die zum Teil auch die Entwürfe von Anfang Februar ändern sollen, will die Kommission nun in einem einzigen delegierten Rechtsakt zusammenzufassen und den Anwendungszeitpunkt auf den 1. Juli 2022 verlegen.

Nach Vorlage der noch ausstehenden RTS-Entwürfe werde die Kommission intensiv daran arbeiten, die Vorschriften so schnell wie möglich zu verabschieden, teilt sie in ihrem Schreiben mit. Damit würde unter anderem Fondsgesellschaften, Banken sowie Finanzberatern und Versicherungsvermittlern mehr Zeit bleiben, um sich auf die präzisierten Vorschriften vorzubereiten. Die EU-Offenlegungsverordnung ist bereits am 10. März 2021 in Kraft getreten. Da die finalen RTS aber noch fehlen, können die betroffenen Finanzmarktteilnehmer ihren Pflichten nur auf Grundlage der allgemeinen Regeln in der EU-Verordnung nachkommen. (am)