OeNB gegen Lockerungen bei Immobilienkrediten
Die Krisen der vergangenen Jahre wirken sich auf die heimischen Banken aus. Zwar sind sie laut Nationalbank gut aufgestellt, allerdings sind die gewerblichen Immobilienkredite weiterhin ein Grund zur Sorge.
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) bleibt im Hinblick auf das Immobiliengeschäft skeptisch und mahnt zur Vorsicht. Insbesondere die gewerblichen Immobilienkredite ("CRE-Kredite") bereiten den Bankern Sorgen. "Seit 2022, als die Zinsen zu steigen begannen, verzeichneten die österreichischen Banken einen starken Anstieg der NPL-Quote bei gewerblichen Immobilienkrediten. Besonders ausgeprägt ist dieser Anstieg im gewerblichen Wohnen, wo mittlerweile über 14 Prozent der Kredite notleidend sind", erklärte die OeNB anlässlich der Präsentation ihres 51. Financial Stability Reports.
Bezogen auf alle CRE-Kredite beträgt die NPL-Quote "anhaltend hohe 8,3 Prozent". Die Immobilienkredite sind aufgrund ihres Volumens für die heimischen Banken systemrelevant. Denn der Anteil der CRE-Kredite an den gesamten Unternehmenskrediten beträgt 43 Prozent. Allein heuer werden CRE-Kredite in Höhe von 18 Milliarden Euro fällig. Dementsprechend aufmerksam sind die Aufsichtsorgane. "Immobilien spielen daher als Sicherheiten bei NPL-Abwicklungen eine entscheidende Rolle, umso wichtiger ist daher aus Sicht der Finanzstabilität deren konservative Bewertung", heißt es bei der OeNB.
Strenge Anforderungen an Kredite
Nicht zuletzt auch wegen der aktuellen geopolitischen Risiken empfiehlt die Nationalbank den Banken, systematische Risiken einzudämmen. Sie spricht sich gegen Lockerungen bei Immobilienkrediten aus und fordert die Einhaltung strengerer aufsichtsrechtlicher Anforderungen für CRE-Kredite und außerdem die weitere Einhaltung nachhaltiger Vergabestandards bei Wohnimmobilienkrediten.
Das Finanzmarktstabilitätsgremium (FMSG) hat voriges Jahr der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) empfohlen, den sogenannten sektoralen Systemrisikopuffer für Gewerbeimmobilienkredite schrittweise auf 3,5 Prozent zu erhöhen, um "die Resilienz des Bankensektors gegenüber den identifizierten systemischen Risiken aus Gewerbeimmobilienfinanzierungen zu stärken". An dieser Leitlinie hat sich im Frühjahr 2026 nichts geändert. (ae)















