Ist Poker ein Glücksspiel? Von dieser Frage hängt viel ab. In Deutschland kamen Richter vor Jahren zum Urteil, dass bei diesem Kartenspiel persönliche Fähigkeiten eine große Rolle spielen. Anders sieht das der österreichische VfGH. Er ordnet Poker weiter eindeutig dem Glücksspiel (G365/2021) zu. Eine Entscheidung mit Folgen. Denn auf Glücksspiel hat der Staat ein Monopol.

Wer hierzulande rechtmäßig Glücksspiele anbieten will, braucht dafür die Konzession des Finanzministers. Eine solche besitzen im Onlinebereich nur die Österreichischen Lotterien beziehungsweise deren Plattform win2day. "Alle bekannten Online-Pokerangebote wie Pokerstars, Partypoker, 888 Poker, Bwin, Unibet Poker sind in Österreich somit illegal. Die Verluste können von den Spielteilnehmern 30 Jahre zurückgefordert werden", schreibt die Wiener Rechtsanwaltskanzlei Gottgeisl & Leinsmer (G & L) in einer Aussendung.

Der VfGH lehnte einen Individualantrag auf Aufhebung der Pokereinordnung ins Glücksspielgesetz ab und bestätigte die Europarechtskonformität der österreichischen Regeln. Österreichische Teilnehmer von Onlinecasinos (außer win2day) könnten generell ihre Glücksspielverluste (also auch bei anderen Spielen wie Roulette, Black Jack, Slots) zurückfordern, heißt es bei G & L. (eml)