N26 hat gerichtliche Anordnungen erhalten, die Mitarbeiterversammlungen zur Gründung eines Betriebsrates in dieser Woche untersagten. Das geht aus Unterlagen hervor, in die die Nachrichtenagentur "Bloomberg" Einblick hatte und die vom Unternehmen bestätigt wurden. Zuvor hatte die Handy-Bank in einer Reihe von E-Mails ihre Mitarbeiter gebeten, die Idee eines Betriebsrates zugunsten einer anderen Art der Vertretung ihrer Interessen abzulehnen.

Die Beschäftigten wollen einen Betriebsrat gründen, nachdem es zuvor Beschwerden von Mitarbeitern gegeben hat, meinten zwei N26-Mitarbeiter, die anonym bleiben wollten. Dabei ging es darum, dass es derzeit schwierig sei, befördert zu werden und dass bei Einstellungen der Aspekt der Vielfalt nicht berücksichtigt werde. Der Druck, die Zahl der neuen Kunden zu steigern, habe ebenfalls zu den Spannungen beigetragen, so einer der Mitarbeiter.

Bildung von Betriebsrat nicht komplett gestoppt
"Das bedeutet nicht, dass N26 jegliche Bemühungen zur Bildung eines Betriebsrates stoppen will oder wird", sagte eine Sprecherin der Bank. "Sobald ein Gesundheits- und Hygiene-Konzept vorliegt, das gewährleisten kann, dass die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter Priorität genießen, kann natürlich die Versammlung zur Ernennung eines Wahlvorstands stattfinden." N26 hat Mitarbeiter aus 80 unterschiedlichen Nationalitäten und eine "vielfältige Bandbreite an Hintergründen, ethnischen Zugehörigkeiten und Erfahrungen" sowie eine Reihe von Initiativen zur Förderung der Inklusion und Vielfalt, erklärte die Sprecherin. (mb)