Die Funktionsperiode von Langzeit-FMA-Vorstand Helmut Ettl läuft Mitte Februar 2023 aus. Wie Ettl in einem Gespräch mit der Redaktion unlängst sagte, werde er sich wieder bewerben.

Die Tageszeitung "Die Presse" berichtet nun, dass es weitere Kandidaten geben wird. Josef Meichenitsch, der aus dem Umfeld der grünen Regierungspartei kommt und als Vertrauter von Vizekanzler Werner Kogler gilt, wolle sich "dem Vernehmen nach" fix bewerben, sobald die Ausschreibung öffentlich sei. Meichenitsch wäre damit der erste ernstzunehmende Konkurrent für den arrivierten Aufseher Ettl.

Neuer Versuch
Meichenitsch hat nationale und internationale Branchenerfahrung. Er war unter anderem in der irischen Nationalbank sowie in der FMA tätig und leitet derzeit in der Nationalbank (OeNB) die Abteilung Supervision Policy, Regulation and Strategy Division. Als möglicher FMA-Chef wurde er schon 2020 gehandelt, als der damalige Vorstand Klaus Kumpfmüller zur Hypo Oberösterreich wechselte. Das Rennen machte aber schlussendlich Eduard Müller, der wie Kumpfmüller mit einem Ticket der ÖVP kam.

Die Ausschreibung sei bereits formuliert, wie "Die Presse" mit Verweis auf Angaben aus dem Finanzministerium schreibt. Meichenitsch kämen Chancen zu, nachdem im Sideletter zum türkis-grünen Regierungsabkommen den Grünen ein Chefposten zugesprochen wurde, so die Zeitung. Ettl, der seit 2008 fixer Teil der Doppelführung ist, gilt als SPÖ-nahe.  

Möglich wäre aber auch, dass eine Frau die Position besetzt. Weibliche Personen würden ausdrücklich zur Bewerbung aufgerufen, schreibt "Die Presse". Einer Bewerberin stünden demnach hohe Chancen zu. Die FMA-Chefposten werden traditionell politisch besetzt. Zwar macht die OeNB den Vorschlag, sie wählt aber nur Personen, auf die man sich vorher geeinigt hat. (eml)