Die Finanzaufsicht reagiert auf die gestiegene Kreditausfallquote. Das ruft nun die Branche auf den Plan, nachdem das Finanzmarktstabilitätsgremium wie berichtet die Verschärfung der Kreditvergabe für Gewerbeimmobilien empfohlen hatte. Der Kreditvermittler Infina sieht darin "ein problematisches Signal für den Markt" und warnt davor, dass der neue Kapitalpuffer die Wohnraumschaffung ausbremst. Denn die zusätzliche Eigenmittelbindung reduziere den Finanzierungsspielraum der Banken und verteuere Bauträgerfinanzierungen in einer Phase, in der der Wohnungsneubau bereits massiv unter Druck stehe.

Quelle: Infina

Die Banken erhalten die Auflage, den sogenannten sektoralen Systemrisikopuffer bei Gewerbeimmobilienkrediten zu erhöhen. Ab Juli 2026 sollen sie dafür zusätzlich zwei Prozent Eigenkapital vorhalten, ab Juli 2027 steigt dieser Wert auf 3,5 Prozent. Das wirkt sich, so die Infina, unmittelbar auf das Neubauangebot aus. In einer Mitteilung heißt es: "Sinkende Kreditverfügbarkeit und steigende Finanzierungskosten verzögern Projekte oder führen dazu, dass sie gar nicht mehr umgesetzt werden."

Bindung des Eigenkapitals nimmt stark zu
Der Kreditvermittler hat ausgerechnet, dass die Eigenmittelbindung infolge der Vergabeverschärfung zunächst um 38 Prozent und ab Juli 2027 um 66 Prozent steigt. "Wenn Banken für gewerbliche Wohnbaufinanzierungen mehr Eigenkapital binden müssen, sinkt der Spielraum für neue Projekte und die Finanzierung wird teurer. Das trifft am Ende die Wohnungssuchenden", erklärt Gerhard Veichtlbauer, Leiter Corporate Finance bei Infina.  

Für das Jahr 2026 erwartet das Unternehmen eine "Übergangsphase, in der Liquidität und Kreditverfügbarkeit für viele Marktteilnehmer zum kritischen Faktor" würden. Umso wichtiger sei eine "ausgewogene Regulierung, die Risikovorsorge ermöglicht, ohne die Finanzierung tragfähiger Projekte" zu bremsen. In diesem restriktiven Umfeld gewinne die Qualität der Finanzierungsstrukturierung massiv an Bedeutung. (ae)