Die Europäische Union (EU) will im Kampf gegen Geldwäsche eine Bargeldobergrenze einführen – 10.000 Euro lautete das bisher vorgeschlagene Limit der EU-Kommission. Das geht Mitgliedsland Frankreich allerdings nicht weit genug, wie der Nachrichtensender "N-TV" berichtet. Das Land befürwortete zuletzt in Gesprächen mit EU-Finanzministern europaweit eine noch strengere Beschränkung für Cash-Deals. In Frankreich selbst liegt die Obergrenze für Bargeldzahlungen bisher bei 1.000 Euro. 

Frankreich ist mit seinem rigorosen Bargeldlimit nicht allein. Auch Länder wie Italien und Spanien haben bereits eigene Obergrenzen eingeführt. Deutschland und Österreich wehrten sich bislang dagegen, Bargeldzahlungen in hohen Summen zu limitieren. Verbraucherschützer aus Deutschland sind vor allem um das Recht auf anonymes Einkaufen besorgt. Sie befürchten, dass Cash-Limits das "Tor zur absoluten Kontrolle der Verbraucherinnen und Verbraucher" öffnen, berichtet "N-TV". Ein weiteres Argument von Gegnern des Bargeldlimits ist die Praktikabilität, zum Beispiel beim privaten Gebrauchtwagenhandel.

Kriminalität eindämmen
Auf der anderen Seite steht das europäische Geldwäsche-Problem: Der Umfang verdächtiger Transaktionen in Europa liegt laut Angaben des Europäischen Rechnungshofes bei mehreren Hundert Milliarden Euro pro Jahr. Das Geld stammt teilweise aus illegalen Quellen und eröffnet Transaktionsmöglichkeiten für Kriminelle etwa aus dem Waffenhandel, dem Drogengeschäft oder der Zwangsprostitution. Mit dem neuen Bargeldlimit, in welcher Höhe auch immer, will die EU dagegen vorgehen. Welche Obergrenze sich Frankreich konkret vorstellt, ist nicht bekannt. (fp)