Immobilienverband: "Private Vermieter zum Feindbild stilisiert"
Der Österreichische Verband der Immobilienwirtschaft kritisiert, dass die Politik die freie Wohnungswirtschaft grob benachteiligt, ohne dass dies einen positiven Effekt für die Bevölkerung hat.
Auf der 42. Winterseminarwoche des Österreichischen Verbandes der Immobilienwirtschaft (ÖVI), die diese Woche in Kitzbühel stattfand, geriet die Politik ins Kreuzfeuer der Kritik. "Der private Vermieter wird von der Politik zu Unrecht als Inflationstreiber angeprangert und zum Feindbild stilisiert", ärgert sich ÖVI-Geschäftsführer Anton Holzapfel. Er begründet das mit einer Studie des wirtschaftsnahen Thinktanks Agenda Austria, aus der hervorgeht, dass die Löhne seit 2014 stärker als alle Wohnungsmieten gestiegen sind.

Das gilt nicht nur für die streng regulierten und seit 2023 eingefrorenen Richtwert- und Kategoriemieten, sondern laut Agenda Austria auch für die Bestandsmieten, die an den Verbraucherpreisindex gekoppelt sind. "Während die Tariflöhne um 25 Prozent seit 2021 angehoben wurden, gab es für Vermieter jahrelang nun eine 'Null-Lohnrunde'", beschwert sich Holzapfel. Im Gegensatz dazu seien Betriebskosten wie etwa Wasser, Müll, Abwasser "unbekümmert von der öffentlichen Hand" wertgesichert worden.
Der ÖVI und die Agenda Austria kritisieren, dass die Wohnpolitik der vergangenen Jahre nicht "sozial treffsicher" sei. Denn im kommunalen Wohnungsbereich würden nicht nur einkommensschwächere Haushalte wohnen. "Selbst das reichste Viertel der österreichischen Einkommensbezieher wohnt mit Vorliebe zur Richtwertmiete und sogar im Gemeindebau und zahlt dort mehrere Hundert Euro pro Monat weniger als angemessen wäre", heißt es in der Agenda-Austria-Studie. Umgekehrt sei das ärmste Viertel der Bevölkerung genauso oft im freien Markt anzutreffen wie das reichste. Der ÖVI fordert daher, die Wirkung von Mietzinsbeschränkungen im privaten Sektor zu hinterfragen, zumal diese auch nicht investitionsfördernd seien. (ae)















