Das höchste Verwaltungsgericht in Frankreich hat den Widerspruch der Fondsgesellschaft H2O Asset Management gegen Bußgelder für das Haus sowie die Co-Gründer Vincent Chailley und Bruno Crastes sowie ein Berufsverbot für Crastes abgewiesen. Dies geht aus Mitteilungen der französischen Finanzaufsicht Autorité des Marchés Financiers (AMF) sowie von H2O aus dem Juni hervor. Hintergrund waren Investments von H2O-Fonds in teils illiquide Wertpapiere, die dem Umfeld des deutschen Investors Lars Windhorst zuzurechnen waren.

Die AMF hatte eine Strafe in Höhe von 75 Millionen Euro gegen die Investmentboutique H2O sowie 15 Millionen Euro gegen Crastes verhängt, wie im Januar 2023 bekannt wurde. Crastes erhielt zudem ein Berufsverbot für fünf Jahre. Mitgründer Chailley kassierte eine Strafe in Höhe von drei Millionen Euro. Dies war die höchste Gesamtbuße, die die französische Finanzaufsicht gegen einen Asset Manager verhängt hatte.

Widerspruch abgelehnt
Die Behörde sah es damals als erwiesen an, dass einige UCITS-Vehikel von H2O nicht in Wertpapiere hätten investieren dürfen, die zum Umfeld der Tennor-Holding des Financiers Windhorst zählten. Anleihen hätten über kein Rating verfügt, H2O habe Liquiditätsrisiken nicht ausreichend in Betracht gezogen, und es seien Investmentgrenzen überschritten worden. H2O hat gegen die Strafen beim französischen Staatsrat, dem Conseil d'Etat, Widerspruch eingelegt. Dieser lehnte den Widerspruch ab.

H2O bedauere, dass seine Argumente zum Inhalt der Entscheidung sowie die aufgeworfenen juristischen Fragen nicht akzeptiert worden seien, heißt es in der Mitteilung des Investmenthauses. Zudem bedauere das Haus, dass die Geldbußen nicht überprüft worden seien, da die Mittel ansonsten den Anteilsinhabern der Fonds zugute gekommen wären. Die Gesellschaft betont, dass sie Unternehmensführung, Risikomanagement und Firmenkultur "erheblich verbessert" habe. Zudem investiere das Haus nicht mehr in Wertpapiere, die nicht an der Börse notiert sind.

Rückzahlung an Anteilseigner
Nachdem die Investments in Windhorst-Papiere 2019 bekannt geworden waren, zogen Anleger Milliarden aus H2O-Portfolios ab. Später wurden Fonds in liquide Teile sowie in illiquide Seitentaschen aufgeteilt. Die Letzteren sollen liquidiert werden. H2O hat im Oktober 2024 ein Rückkaufangebot in Höhe von 250 Millionen an die Anteilseigner der Seitentaschen unterbreitet. H2O zufolge haben fast 80 Prozent der Anleger zugestimmt.

Hintergrund dieses Angebots ist wiederum ein Vergleich mit der britischen Finanzaufsicht FCA. Diese hatte in einem detaillierten Bericht "schwerwiegende" Mängel und Verstöße bei H2O festgestellt. Das Haus habe unter anderem "falsche und irreführende Angaben und Unterlagen", insbesondere "gefälschte Aufzeichnungen und Protokolle von Sitzungen", eingereicht. In der Folge verpflichtete sich die Investmentboutique, Anlegern der Seitentaschen 250 Millionen Euro auszuzahlen und ihre britische Lizenz zurückzugeben. Dafür entging das Haus einer Geldbuße. (ert)