"Genius Act" wieder auf Kurs: Trump zähmt die Krypto-Rebellen
Donald Trump bringt abtrünnige Parteifreunde auf Linie und rettet damit die geplante "Crypto Week" im US-Kongress. Der "Genius Act" kommt voran – zur Freude der Krypto-Community und Anleger, wie ein Kursausschlag beim Bitcoin zeigt.
Die republikanische Führung im US-Repräsentantenhaus hat am Dienstagabend (15.7.) ihren Plan, drei von der Krypto-Branche unterstützte Gesetzesvorhaben voranzubringen, wieder auf Kurs gebracht. Zuvor hatte eine Gruppe konservativer Republikaner gemeinsam mit den Demokraten einen wichtigen Verfahrensschritt blockiert, der nötig gewesen wäre, um die Gesetze auf die Tagesordnung zu setzen.
Im Zentrum stand ein Streit über Änderungen an einem bereits vom Senat verabschiedeten Entwurf zur Stablecoin-Regulierung. Der Rückschlag drohte, Trumps medial als "Crypto Week" inszenierte Legislativ-Offensive zum Scheitern zu bringen.
Trump schaltet sich ein – mit Wirkung
Während sich die Gespräche mit den Abweichlern zogen, informierte die republikanische Führung zunächst, dass keine weiteren Abstimmungen mehr stattfinden würden. Dann kam Donald Trump ins Spiel: "Ich bin im Oval Office mit elf der zwölf Abgeordneten, die wir für die Verabschiedung des 'Genius Act' brauchen, und nach einer kurzen Diskussion haben sich alle bereit erklärt, morgen früh für den Verfahrensschritt abzustimmen", so der US-Präsident auf seiner Plattform "Truth Social".
Kurz darauf stieg der Bitcoin-Kurs um bis zu 1,5 Prozent auf fast 118.214 US-Dollar. Auch Aktien wie Robinhood und Coinbase, die zuvor unter Druck geraten waren, konnten sich stabilisieren. Die Aktie von Circle Internet – Herausgeber des Stablecoins USDC – hatte zuvor 4,6 Prozent verloren.
Der politische Preis der Krypto-Lobby
Für die Krypto-Branche geht es um weit mehr als Symbolik: Der "Genius Act" gilt als zentraler Schritt zur weiteren Verbreitung von Stablecoins, insbesondere Dollar-basierter Token. Lobbyisten hatten Millionen in die Wahlkämpfe krypto-freundlicher Kandidaten investiert – nun scheint ein Gesetzgebungsfiasko in letzter Minute abgewendet worden zu sein.
Auch Speaker Mike Johnson war in das Krisenmanagement eingebunden. Trump zufolge nahm er telefonisch am Treffen teil. Später schrieb Johnson auf X: "Ich bin dankbar, dass sich Präsident Trump heute Abend eingeschaltet hat, damit wir morgen den 'Genius Act' verabschieden können, und dass er erneut zugesagt hat, uns bei weiteren Krypto-Gesetzen in den kommenden Tagen zu unterstützen." (mb/Bloomberg)















