Vor nicht einmal sechs Monaten schlüpften die beiden heimischen Geldinstitute Alpenbank und die Walser Privatbank unter ein Dach und treten seither gemeinsam als Alpen Privatbank auf. Nun ist ein vermeintlicher Finanzdienstleister aufgetaucht, der unter der Webseite "alpenbanc.com" versucht, den guten Ruf der Häuser für seine Geschäfte zu nutzen: Die angebliche Bank hat das alte Logo "Alpenbank Private Banking" prominent auf ihrer Seite platziert und sei angeblich, so wie die echte Alpen Privatbank, im Kleinwalsertal ansässig. "Die Adresse 'alpenbanc.com' hat mit der Alpen Privatbank keinerlei Verbindung und auch das 'Alpenbank'-Logo wird seit der Fusion am 1.Januar 2022 nicht mehr verwendet", erklärt die Alpen Privatbank gegenüber FONDS professionell ONLINE.

Der Klon hat jedenfalls auch die heimische Finanzmarktaufsicht auf den Plan gerufen: Laut FMA ist die angebliche Firma nicht berechtigt, konzessionspflichtige Bankgeschäfte in Österreich zu erbringen. Es sei dem Anbieter daher die gewerbliche Entgegennahme fremder Gelder zur Verwaltung oder als Einlage (Paragraf 1 Absatz 1 Z 1 BWG) und das gewerbliche Erbringen des Kreditgeschäfts (Paragraf 1 Absatz 1 Z 3 Bankwesengesetz) nicht gestattet.
Bei der Veröffentlichung beruft sich die FMA auf den Paragrafen 4 Absatz 7 des Bankwesengesetzes.

Zahl vermeintlich unseriöser Anbieter unverändert hoch
Die FMA hat im abgelaufenen Jahr 112 Investorenwarnungen ausgegeben. Das ist um ein Drittel beziehungsweise sind 28 Warnungen mehr als 2020. Auch liegen die Veröffentlichungen damit deutlich über dem Spitzenwert von 2019. Damals hatten die heimischen Aufseher 98 Warnungen ausgegeben. Im Jahr 2022 hat die FMA bislang 48 Investorenwarnungen veröffentlicht (siehe Tabelle unten).

Die FMA kann gemäß den Rechtsvorschriften die Öffentlichkeit informieren, dass eine namentlich genannte natürliche oder juristische Person zur Vornahme bestimmter Finanzgeschäfte nicht berechtigt ist, sofern diese Person dazu Anlass gegeben hat und eine Information der Öffentlichkeit erforderlich und im Hinblick auf mögliche Nachteile des Betroffenen verhältnismäßig ist. (cf)