Österreichs Aufsichtsbehörde FMA hat wieder eine Warnmeldung herausgegeben. Sie betrifft die auf den Britischen Jungferninseln sowie Malta ansässige Jubilee Ace und die beiden Online-Plattform bankobaku.com sowie interexfinance.com. Daneben rät die Behörde einmal mehr vor Geschäften mit der Londoner Compass Consulting ab. Bereits im Vormonat hatte die FMA dieser Firma auf die Finger geklopft. Dieses Mal sei Compass Consulting der Meldepflicht zum Emissionskalender (Paragraf 24 KMG 2019 iZm) den in Österreich angebotenen Aktien der "North West Oil Inc" nicht nachgekommen.

Laut FMA seien den übrigen vermeintlichen Investmentfirmen nicht berechtigt, konzessionspflichtige Bankgeschäfte in Österreich zu erbringen. Jubilee Ace sei daher die Entgegennahme fremder Gelder zur Verwaltung gemäß (Paragraf 1 Abs. 1 Z 1 erster Fall BWG) nicht gestattet. Den Online-Anbietern interexfinance.com und bankobaku.com seien indes der Abschluss von Geldkreditverträgen und die Gewährung von Gelddarlehen (Paragraf 1 Abs. 1 Z 3 BWG) nicht erlaubt.

Zahl dubioser Anbieter so hoch wie noch nie
Die FMA hat im abgelaufenen Jahr mit 98 Warnungen so viele Investorenwarnungen ausgegeben wie noch nie zuvor und damit den Spitzenwert von 2018 übertroffen. Damals hatten die heimischen Aufseher 62 Warnungen ausgegeben. Die Warnmeldungen vor dubiosen Anbietern hatten damit bereits 2018 das Spitzenjahr 2011, damals sprach die Behörde 51 Investorenwarnungen aus, übertroffen. Im aktuellen noch jungen Jahr 2020 hat die Aufsicht bislang 15 Meldungen herausgegeben (siehe Tabelle unten).

Die FMA kann gemäß den Rechtsvorschriften die Öffentlichkeit informieren, dass eine namentlich genannte natürliche oder juristische Person zur Vornahme bestimmter Finanzgeschäfte nicht berechtigt ist, sofern diese Person dazu Anlass gegeben hat und eine Information der Öffentlichkeit erforderlich und im Hinblick auf mögliche Nachteile des Betroffenen verhältnismäßig ist. (cf)