Nach dem Skandal um die Commerzialbank Mattersburg steht die Finanzmarktaufsicht FMA unter dem Druck, keine weiteren Problemfälle zu spät zu erkennen. Nun hat die Behörde offenbar ein weiteres Institut ins Visier genommen: Die börsenotierte Autobank bestätigt, dass sie von der FMA eine Aufforderung bekommen hat, Stellung zu beziehen. Es gehe um Fragen der möglichen Inkompatibilität von Organmitgliedern und zum Kreditportfolio der Autobank. Die Bank habe ausführlich und begründet Stellung genommen, heißt es.

Funktionen in Gesellschaften, die Kredite bekommen haben
Gleichzeitig weist das Unternehmen einen Bericht des Magazins "Trend" zurück, wonach ein Vorstand der Bank bereits einen Abberufungsbescheid der Aufsicht erhalten habe und gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden und dessen Stellvertreter ein Abberufungsverfahren im Gange sei. "Trend" berichtet, dass Autobank-Manager auch Funktionen in Gesellschaften inne hätten, die gleichzeitig Kreditnehmer der Bank seien. Weiters seien die Konditionen der nun notleidenden Kredite nicht marktüblich.

Die FMA dürfte solche Faktoren derzeit besonders unter die Lupe nehmen, da auch bei der Commerzialbank Mattersburg unübliche Zins- und Kreditkonditionen aufgefallen waren. Von der Behörde ist zur Autobank nichts zu hören. Man unterliege im Rahmen der Aufsichtstätigkeit der Verschwiegenheitspflicht und könne zu laufenden Verfahren nichts sagen, heißt es. "Trend" zitiert die Aufsicht mit den Worten: "Die Autobank wird sehr eng gemonitort."

402 Millionen Euro Bilanzsumme
Die Autobank antwortete auf eine Anfrage von FONDS professionell ONLINE am Montagvormittag (17.8.2020) bislang nicht. Auf der Homepage heißt es, es liege kein Bescheid der FMA vor, Organmitglieder abzuberufen.

Das Unternehmen hatte 2018 eine Bilanzsumme von gut 402 Millionen Euro und führt eine bilanzielle Eigenkapitalquote von 8,74 Prozent an. Laut "Trend" hat die Bank mit 33.000 Kunden angekündigt, dass der Jahresabschluss 2019 wegen hoher Wertberichtigungen ein deutlich negatives Ergebnis aufweisen wird.

Die Autobank ist in Österreich und Deutschland an mehreren Autohändlern, -vermittlern und Leasingunternehmen beteiligt. Das in Wien und München börsenotierte Unternehmen befindet sich laut Homepage zu knapp 66 Prozent in Streubesitz, den Rest teilen sich zwei Beteiligungsgesellschaften (Nörenberg Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH und P31 Management GmbH). (eml)