Der Technologie-Dienstleister Figo greift Maklerpools oder Vermögensverwaltern unter die Arme, die eine App mit einer Vermögensübersicht starten möchten. Diesen, aber auch Unternehmen aus anderen Bereichen, stellt Figo mit seinem "Regshield" die zum Betreiben einer App oder anderer Software-Lösungen nötige Bafin-Lizenz zur Verfügung. 

Hintergrund dieses nach eigenen Angaben "Licence as a Service’-Modells" ist die EU-Zahlungsdienstrichtlinie PSD2. Diese trat 2015 in Kraft, das entsprechende deutsche neue Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz wurde 2017 verabschiedet und gilt seit Jahresbeginn. Es verpflichtet Banken dazu, sich gegenüber Drittanbietern zu öffnen und diesen Zugriff auf die Zahlungskonten der Kunden zu ermöglichen. Gesellschaften, die eine Dienstleistung auf Basis dieses Zugangs anbieten möchten, bedürfen dafür aber einer Erlaubnis der Bafin fürs Betreiben sogenannter "Kontoinformations- (KID) oder Zahlungsauslösedienste (ZAD)."  

Hoher Verwaltungsaufwand
"Das Primärziel der Finanzaufsicht ist es, ein stabiles und integres Finanzsystem zu gewährleisten, dem Verbraucher und Unternehmen vertrauen können. Deshalb sind diejenigen Unternehmen als KID/ZAD zu beaufsichtigen, die einen Vertrag mit dem Kontoinhaber über den Zugriff auf dessen Zahlungskonto haben und dessen Onlinebanking-Zugangsdaten verarbeiten", erläutert Cornelia Schwertner, oberste Risikochefin bei Figo. 

Der Erwerb der Lizenz ist aber mit hohem Verwaltungsaufwand verbunden: Hier kommt Figo und sein "Regshield" ins Spiel, da die Gesellschaften die Lizenz leihen können. "Mit der PSD2 kommen zahlreiche Anforderungen auf uns zu, die enorme Ressourcen, wahnsinnig viel Expertise und einen hohen administrativen Aufwand fernab unseres Kerngeschäfts erfordern", lässt Figo Philipp Gesell, Gründer von Easybill, einer online basierten Rechnungssoftware, erklären.

Figo ist nach eigenen Angaben die erste Gesellschaft, die die Lizenzen für KID und ZAD hält und diese auch verleihen darf. Das Hamburger Unternehmen hat zudem bereits die Genehmigung für die Umsetzung dieser Erlaubnis durch entsprechende PSD2-Passports in sechs EU-Ländern erhalten: Belgien, Niederlande, Österreich, Tschechien, Slowakei und dem Vereinigten Königreich. (jb)