Ex-Starmanager Neil Woodford und seine Anlagestrategie-Plattform W4.0 wehren sich gegen die britische Finanzaufsicht FCA (Financial Conduct Authority). Darüber berichtet die "Financial Times" ("FT"). Die Behörde hatte ein Zivilverfahren gegen Woodford und die von ihm vergangenes Jahr gegründete W4.0 eingeleitet, weil der Abo-Dienst ihrer Ansicht nach ohne Zulassung regulierte Anlageberatung erbringt und Finanzwerbung betreibt.

Der britischen Wirtschaftszeitung zufolge stehe die Plattform aber nach eigenen Angaben seit neun Monaten mit der FCA in Kontakt, um zu eruieren, welche rechtlich-regulatorischen Anforderungen die Behörde an die Plattform stelle: "Während der Gespräche haben wir daran gearbeitet, zu verstehen, welche Punkte unseres Services regulierte Beratungsleistungen sein sollen", zitiert die "FT" aus einer Mitteilung von W4.0, die ihr vorliegt. 

"Bedauerlich, dass die FCA den Rechtsweg beschritten hat"
Weiter habe W4.0 zu jedem Zeitpunkt Änderungen am Angebot vorgenommen, um den Anforderungen der FCA gerecht zu werden. "Wir haben weiter an einer Lösung gearbeitet. Wir würden auch weiter mit der FCA sprechen, daher ist es bedauerlich, dass die FCA den Rechtsweg beschritten hat", zitiert die "FT" weiter.

Mit dem Abo-Dienst wollte Woodford in der Finanzbranche wieder durchstarten, nachdem der ehemalige Starmanager 2019 seinen Woodford Equity Income Fund hatte schließen und seine Gesellschaft hatte abwickeln müssen. Zuvor hatte er, um die schlechte Performance auszugleichen, in zum Teil illiquide Titel investiert. Um die diesbezüglichen Vorschriften zu umgehen, die eine Maximalquote von nicht-börsennotierten Titeln vorgeben, ließ er einige Papiere auf dem Parkett der Kanalinsel Guernsey listen, wie Ermittlungen der FCA später zutage förderten. (jb)