Bestandsprovisionen: Volksbanken zahlen zurück
Bei den Fondsprovisionen für Banken einigen sich der VKI und die Institute Schritt für Schritt. Nun gibt es mit den Volksbanken eine Vereinbarung.
Im Rechtsstreit um Bestandsprovisionen, die die Banken von Fondsgesellschaften erhalten, hat sich erneut eine Institutsgruppe mit dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) geeinigt. Der Volksbankenverbund zahlt Kundinnen und Kunden einen individuellen Betrag zurück, wie der VKI mitteilt.
Anmelden können sich Konsumenten, denen bei einer Volksbank bis einschließlich 31. Dezember 2017 ein Fondsprodukt vermittelt wurde. Eine Online-Anmeldung ist bis 23. Juni 2026 beim VKI möglich.
Kickbacks
Solange Kunden einen Fonds im Depot haben, erhalten die Banken dafür in der Regel eine laufende Bestandsprovision von der Fondsgesellschaft. Bezahlt wird diese Gebühr vom Kunden selbst – nämlich über die Fonds-Verwaltungsgebühr, von der die KAG einen Teil als Provision an die Bank zurückspielt (Kickback).
Werden diese Provisionen nicht ausreichend offengelegt, sind sie nach VKI-Rechtsauffassung unzulässig und damit zurückzuzahlen. Der VKI geht davon aus, dass bis Ende 2017 die Offenlegung durchgängig unzureichend war. Die Banken sehen das anders. Eine Recherche der Redaktion zeigt indes, dass es für Außenstehende oft sehr schwierig ist, die Provisionsstrategie eines Instituts vorab zu erfahren. Nur wenige Institute in Österreich haben sich bewusst gegen Provisionen ausgesprochen; sie verlangen die Gebühren über andere Wege direkt von den Kunden.
Langwierige Causa
Die Bankenbranche schleppt die VKI-Sammelaktion nun schon seit mehreren Jahren öffentlichkeitswirksam herum. Bereits im Frühjahr 2023 hat der VKI erste Schritte eingeleitet. Später kam es dann fortlaufend zu Einigungen etwa mit Bank Austria, Sparkassen oder Raiffeisenbanken, wobei nicht immer alle Sektorinstitute gleich zu Beginn mit von der Partie waren.
Die Kunden dürften im Rahmen der Aktion individuell teils hohe Beträge zurückerhalten. Bei mehrjähriger Veranlagung können es abhängig von der Investitionssumme laut VKI jedenfalls mehrere Hundert Euro sein. (eml)















