Bafin warnt: KI-Verflechtungen machen Banken verwundbar
Die Bafin zeigt sich besorgt über neue Risiken im Bankensektor. Die zunehmende Vernetzung von KI-Anbietern, Cloud-Diensten und Chipkonzernen schafft laut Aufsicht ein gefährliches Konzentrationsrisiko. Auch internationale Regulierer sehen wachsende Abhängigkeiten.
Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hat die Banken des Landes vor Risiken durch zunehmend undurchsichtige Verflechtungen in der Branche der künstlichen Intelligenz (KI) gewarnt.
"Wir sehen aktuell einen – zum Teil von außen kaum zu durchschauenden – vertikalen und horizontalen Vernetzungsprozess”, sagte Nikolas Speer, Exekutivdirektor Bankenaufsicht bei der Bafin, am Donnerstag (4.12.) auf einer Online-Konferenz zum Thema IT-Resilienz.
Wachsende Abhängigkeit von US-Tech-Konzernen
Die Warnung unterstreicht die zunehmenden Bedenken europäischer Aufseher, dass der wachsende Einsatz von KI die Abhängigkeit der Banken von ausländischen Technologiekonzernen – vor allem aus den USA – weiter verstärkt. Bereits in dieser Woche hatte die Bank of England darauf hingewiesen, dass eine Korrektur bei KI-Aktien auf breitere Anleihemärkte übergreifen könnte. Sie verwies zudem auf frühe Warnsignale in Credit-Default-Swaps von Unternehmen, die ihre Investitionen zunehmend über Schulden finanzieren.
"Mittelfristig ein Konzentrationsrisiko"
Speer sprach von einem zunehmenden "Clustern" von Betreibern von KI-Modellen, Cloud-Anbietern, Chipherstellern und Rechenzentren – ausgelöst durch Beteiligungen, den Einkauf von Rechenzeit und weitere vertragliche Bindungen. "Hier entsteht mittelfristig ein Konzentrationsrisiko", sagte Speer. "Das stellt Sie als Nutzer wieder vor die mindestens gleichen Herausforderungen wie aktuell schon die Nutzung von Cloud-Diensten von Hyperscalern."
Die Resilienz ihrer Abläufe könnten Banken durch die Umsetzung der neuen europäischen Regeln unter dem Namen DORA stärken, auch wenn dies teilweise “mühsam” gewesen sei, so Speer. (mb/Bloomberg)














