Die russische VTB Bank kann ab sofort ihre Stimmrechte bei der VTB Europe nicht mehr ausüben und die Geschäftsleitung der VTB Europe keine Weisungen mehr aus Moskau befolgen, teilte die deutsche Bankenaufsicht Bafin mit. Grundlage sei, dass die VTB Bank wegen der Sanktionen "nicht mehr als zuverlässig im Sinne des Kreditwesengesetzes anzusehen" sei. Zahlungen oder Vermögensverschiebungen waren schon früher untersagt worden.

"Vermögens- und Liquiditätslage weiterhin geordnet"
"Einleger können weiterhin frei über ihr Geld verfügen und Schuldner können ihre Kredite mit Zins und Tilgung bedienen", hieß es in der Mitteilung der Bafin. "Auch andere Gläubiger der Bank dürfen – soweit sie nicht selbst sanktioniert sind – entsprechend bedient werden und Zahlungen der Bank entgegennehmen." Die Abschirmung der Frankfurter Tochter von den Sanktionen ist wichtig für die Rückführung der Geschäftstätigkeit der Bank, die unter der Ägide von Bafin und Bundesbank seit einigen Wochen läuft. Laut Bafin ist "die Vermögens- und Liquiditätslage der VTB Bank Europe weiterhin geordnet".

Aufsicht und Einlagensicherung der privaten Banken, deren Mitglied die VTB Europe ist, wollen einen weiteren Entschädigungsfall nach der Pleite der Greensill Bank letztes Jahr unbedingt vermeiden. Die Londoner VTB-Tochter musste sich wegen der neuen Sanktionen bereits in Sonderverwaltung begeben. Die Wiener Sberbank Europe wird schon seit Wochen abgewickelt. (mb/Bloomberg)