Italien erwägt eine einmalige Abgabe für Haushalte, um bislang nicht deklarierte Goldbestände zu melden. Das geht aus einer Änderung zum Haushaltsgesetz 2026 hervor, berichtet die Nachrichtenagentur "Reuters". Die Maßnahme könnte dem Staat mehr als zwei Milliarden Euro einbringen.

Der Vorschlag sieht dem Bericht zufolge vor, dass Privatpersonen eine Steuer von 12,5 Prozent zahlen können, um den Marktwert von Barren, Goldschmuck und Münzen ohne Kaufnachweis offiziell zertifizieren zu lassen – derselbe Satz, der auch bei italienischen Staatsanleihen gilt. Die Zertifizierung müsste bis Juni 2026 erfolgen.

Hohe Steuerlast verhindert legale Verkäufe
Nach aktueller Rechtslage führt ein fehlender Kaufnachweis zu einer Steuer von 26 Prozent auf den gesamten Verkaufserlös – und nicht nur auf den tatsächlichen Gewinn. Dies halte viele Erben davon ab, geerbtes Gold offiziell zu verkaufen – und fördere dadurch nicht gemeldete Geschäfte, heißt es in dem Bericht. Das schmälere sowohl die Marktliquidität als auch die Steuereinnahmen.

Einigen Schätzungen zufolge liegen in italienischen Privathaushalten 4.500 bis 5.000 Tonnen Gold. Zum aktuellen Preisniveau entspreche das einem Vermögen von grob 500 Milliarden Euro, berichtet "Reuters".

"Compro Oro"-Shops boomen
Italiens landesweites Netzwerk der sogenannten "Compro Oro"-Shops – An- und Verkaufsstellen für Gold – verzeichnet einen starken Zulauf. Laut dem "Metropolitan Magazine" sind die Verkäufe von Altgold 2025 um rund 25 Prozent gestiegen. Monatlich werden demnach mehr als 1,2 Millionen Transaktionen abgewickelt, vor allem weil Haushalte Schmuck und Münzen zu Höchstkursen veräußern möchten.

Diese Entwicklung erklärt, warum die Regierung die Transparenz im Goldsektor erhöhen will: Ein beträchtlicher Teil der Bestände wird wohl außerhalb regulärer Strukturen veräußert.

Steuerbasis wird angehoben – Kontrolle bleibt streng
Nach dem Vorschlag würden Steuerpflichtige ihre Goldbestände zum Marktwert deklarieren, die Ersatzsteuer in einer oder drei Jahresraten zahlen und im Gegenzug einen höheren steuerlichen Wertansatz für spätere Verkäufe erhalten. Das Verfahren soll von autorisierten Vermittlern begleitet werden und strengen Geldwäscheprüfungen unterliegen, schreibt "Reuters".

Befürworter argumentieren, dass die Abgabe einmalige Einnahmen für den Staat generieren und einen traditionell intransparenten Markt formalisieren würde.

"Legale Zirkulation" von Gold fördern
Mit der geplanten Änderung wird erwartet, dass zehn Prozent des privat gehaltenen Anlagegoldes zertifiziert werden. Damit könnten zusätzliche Einnahmen von gut zwei Milliarden Euro erzielt werden.

Der Entwurf soll die "legale Zirkulation" von Gold fördern, indem ein als unangemessen streng empfundener steuerlicher Rahmen entschärft wird – insbesondere für Käufe, die vor vielen Jahren oder Generationen ohne Dokumentation erfolgten. Die Änderung muss noch den parlamentarischen Prozess durchlaufen. (mb)