Anlagemünzen wie Krügerrand oder Golddukaten sind als Münzensammlungen einzustufen. Und ebenso gelten Eheringe – ungeachtet ihrer hohen ideellen und symbolischen Bedeutung – als Schmuck. Das urteilt der Oberste Gerichtshof (OGH), der sich nach einem Diebstahl mit dieser Frage beschäftigen musste, weil unklar war, in wie weit die Haushaltsversicherung diesen Schaden abdeckt. Was wie eine Detailentscheidung aussieht, kann im Versicherungsfall deutliche Auswirkungen für Sachwerteliebhaber haben.

Weitere Forderung von 20.000 Euro abgewiesen
Ein Anleger (Kläger) hatte eine Eigenheimversicherung abgeschlossen, die Einbruchdiebstahl umfasste. Ihm wurden drei Krügerrand-Münzen im Wert von 3.357 Euro und 100 einfache Golddukaten im Wert von 12.800 Euro sowie fünf Eheringe gestohlen. Die Versicherungsbedingungen sahen eine Haftungsbeschränkung auf 10.000 Euro für Münzensammlungen und Schmuck vor. Der Kläger war der Ansicht, dass Anlagemünzen und Eheringe nicht einfach als Münzsammlungen beziehungsweise Schmuck gelten und daher nicht von dieser Haftungsbegrenzung betroffen sind. Von der Versicherung, die 14.941 Euro gezahlt hatte, verlangte er daher weitere 20.035 Euro.

Der Oberste Gerichtshof urteilte nun gegen den Anleger. Seine Vermögenswerte würden der dafür vorgesehenen Haftungsbegrenzung unterliegen. Die Argumentation: Mit der Haftungsbegrenzung soll das Risiko des Versicherers aus einem Diebstahl in sinnvoller Weise eingeschränkt werden. Das Diebstahlrisiko sei besonders groß bei Sachen, die klein aber von und erkennbar hohem Wert sind und die ein Dieb besonders leicht verwerten kann. Nach Wortlaut und Sinn der Versicherungsbedingung seien daher auch Anlagenmünzen vom Begriff der "Münzensammlung" erfasst.

Keine Wertanforderung an "Schmuck"
Der Ring sei ebenso eine geradezu typische Schmuckform. Daran ändere auch der Umstand nichts, dass aus objektiver Sicht nur der Wert des Materials bestimmend ist, während für den Ehepartner mit Eheringen üblicherweise ein zusätzlicher symbolischer Wert verbunden ist; bestimmte Wertanforderungen sind nämlich für den Begriff "Schmuck“ nicht vorgesehen. Alle diese Vermögenswerte unterliegen daher der Haftungsbeschränkung. (eml)