Der Anlagebetrug in Österreich erreicht ein neues Ausmaß und wird dabei immer raffinierter. Laut der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) summierten sich die im Jahr 2025 gemeldeten Betrugsfälle auf einen Rekordwert von 19,6 Millionen Euro. Hinter den steigenden Schadenssummen stehen dabei neue Maschen: Deepfake-Videos mit Prominenten, betrügerische Whatsapp-Gruppen und KI-gestützte Chatbots locken Anleger gezielt in die Falle.

Im abgelaufenen Jahr gingen bei der FMA 843 Betrugsmeldungen ein. Zwar lag die Anzahl der Fälle damit leicht unter dem Vorjahreswert, die Schadenssumme stieg jedoch deutlich an (2024: 15,5 Millionen Euro). Besonders alarmierend: Ein einzelner Betrugsfall verursachte einen Verlust von rund 830.000 Euro. Parallel dazu veröffentlichte die FMA 97 Investorenwarnungen, überwiegend gegen unerlaubt tätige Online-Handelsplattformen.

Whatsapp-Gruppen als neue Betrugszentrale
Als prägendes Phänomen des Jahres 2025 identifiziert die FMA den Anlagebetrug über Whatsapp-Gruppen. Der Einstieg erfolgt häufig über Social-Media-Werbung, unerwünschte Einladungen oder über Deepfake-Videos, in denen Prominente scheinbar für bestimmte Investments werben. Wer klickt, landet in geschlossenen Gruppen, in denen vermeintliche Experten "Trading-Tipps" und "exklusive Chancen" teilen.

Nach Analysen der FMA kommen in diesen Gruppen KI-gesteuerte Chatbots zum Einsatz, die eine lebendige Community simulieren und gezielt Vertrauen aufbauen. In direkten Einzelchats werden die Opfer anschließend zu Investitionen gedrängt. Finanzbetrug sei schon immer ein Frühindikator für technologische Trends gewesen, betont die FMA. Was früher gefälschte Webseiten und Cold Calls waren, sind heute täuschend echte Videos, automatisierte Konversationen und abgeschottete Social-Media-Communities. "Auch Finanzbetrüger sind innovativ", lautet das ernüchternde Fazit der Aufsicht. (cf)