Kriminellen aus Belgien gelang es, weltweit hunderttausende Personen von einer Investition in "Vitaetoken" zu überzeugen, eine Anwendung, die vermeintlich auf Bitcoins basiert, wie die Macher in ihrem Onlineangebot erklären. Tatsächlich handelte es sich aber nach Ansicht von Europol um ein Schneeballsystem, das insbesondere über die Social-Media-Plattform "Vitae.co" und die Website "Vitaetoken.io" betrieben wurde.

Die europäische Strafverfolgungsbehörde hat nun gemeinsam mit Behörden in Belgien und der Schweiz Verdächtige festgenommen und Vermögen beschlagnahmt. Der Fall zeigt, wie einfach es für Betrüger ist, über Online-Vertriebskanäle über Grenzen hinweg Geld einzusammeln: Derzeit gehen die Ermittler von 223.000 Opfern in 177 Ländern aus.

Fünf Festnehmen, Millionen beschlagnahmt
Am 22. Juni kam es an 17 Orten in Belgien zu Hausdurchsuchungen, hauptsächlich in Antwerpen, Westflandern und Limburg. Fünf Personen wurden wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung festgenommen. Es handelt sich überwiegend um belgische Staatsangehörige. Ihr Unternehmen hatten sie aber im Schweizer Handelsregister eingetragen. Laut der Firmendatei Moneyhouse.ch besteht die Vitae AG seit Sommer 2019. Parallel dazu führte auch die Schweizer Bundespolizei Hausdurchsuchungen durch.

Laut Europol wurden 1,1 Millionen Euro in bar beschlagnahmt, zusammen mit Kryptowährungen im Wert von 1,5 Millionen Euro und 17 Luxusfahrzeugen. Webangebote und die Social-Media-Plattform von Vitae wurden gesperrt. Bei der Onlinesuche stößt man jedoch noch immer auf Unterlagen, die ein Multilevelsystem nach bekanntem Muster zeigen: Es gibt verschiedene Mitgliedsstufen, jedes Mal, wenn ein verbundenes Mitglied seinen Account upgradet, erhält man selbst Provisionen. Die Verdienstmodelle und Investitionszwecke sind stark intransparent und komplex in der Darstellung.

Seitens FMA und Bafin gab es bis dato noch keine Rückmeldung, ob auch Geschädigte in Österreich oder Deutschland bekannt sind. (eml)