Nun ist es amtlich: 2018 sind die Preise für Häuser und Wohnungen wieder kräftig gestiegen, berichtet die Statistik Austria. Sie verteuerten sich im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um 4,7 Prozent. Insbesondere für gebrauchte Immobilien mussten die Käufer tiefer in die Tasche greifen. Die Preise zogen um durchschnittlich 5,3 und bei Wohnungen sogar um 6,4 Prozent an. Für Neubauten musste man "nur" 3,2 Prozent mehr bezahlen, das allerdings auf einem ohnehin schon hohen Preisniveau. "Die österreichischen Wohnimmobilienpreise liegen international im Mittelfeld", meldet das Statistikamt.

Für diejenigen, die aktuell Immobilien für den Erwerb suchen, dabei aber an ihre Leistbarkeitsgrenzen stoßen, ist das ein schwacher Trost. Das gilt insbesondere für die Großstädte, in denen die Wohnungspreise am stärksten in Linz (plus 8,7 Prozent) und in Innsbruck (plus 7,1 Prozent) stiegen. In der Bundeshauptstadt Wien legte der Preisindex um 6,2 Prozent zum Vorjahr zu; in Graz betrug das Plus 5,7 Prozent. Trotz dieser Entwicklung ist die Nachfrage nach Immobilieneigentum ungebrochen. Das bestätigt Marion Weinberger-Fritz im Gespräch mit FONDS professionell. Die Geschäftsführerin der Raiffeisen Vorsorge Wohnung (RVW) meldet für 2018 das operativ stärkste Jahr in der Firmengeschichte und ein ungebrochen großes Investoreninteresse. Zuletzt habe sogar die Preissensibilität der Käufer wieder etwas nachgelassen.

Das ist insbesondere bei Vorsorgewohnungen, die den Investoren trotz hoher Kaufpreise immer noch eine attraktive Rendite einbringen sollen, verwunderlich. Denn letztlich werden die nicht selbst genutzten Immobilien über die Miete refinanziert. Dafür muss sich der Nutzer die Miete auch in den teureren Wohnungen leisten können. "Deshalb versprechen wir in den Kalkulationen keine Fantasiemieten von 15 oder 16 Euro pro Quadratmeter und Monat", betont Weinberger-Fritz. (ae)


Das komplette Interview mit RVW-Geschäftsführerin Marion Weinberger-Fritz lesen Sie in der neuen FONDS professionell-Heftausgabe 1/2019, die Abonnenten in den kommenden Tagen zugestellt wird.