Das sprichwörtliche Betongold gilt als sichere Anlage, die selbst in stürmischen Zeiten wertstabil ist. Die Risiken sind im Vergleich zu anderen Investments überschau- und vor allem kalkulierbar. Trotzdem warnte die Arbeiterkammer (AK) im vergangenen Frühjahr wie berichtet vor dem Kauf von Vorsorgewohnungen. Argumentationsgrundlage war eine im April vorgestellte Studie, basierend auf Testkäufen bei vier Anbietern.

Guter Studienansatz, aber zu harte Kritik?
Aus AK-Sicht zeigt die Untersuchung, dass die Werbung einseitig ist, in den Unterlagen viele Kos­ten nicht genannt werden und die prognostizierten Erträge meist zu optimistisch sind. Darüber diskutierte FONDS professionell an einem Roundtable mit Vertretern der Arbeiterkammer und zwei kritisierten Anbietern.

Die Wiener Privatbank und der Projektentwickler Raab & Raab hielten gegen die Gewerkschaftskritik kräftig dagegen. "Die ­Studie ist sehr inhaltsreich und grundsätzlich gut  gemacht. Aber der Unterton, dass den Kunden etwas aufgeschwatzt wird, ist nicht berechtigt", kritisierte Helmut Hardt, Vorstand der Wiener Privatbank.

Viele Investoren sind mit den Unterlagen überfordert
Die Studie macht deutlich, dass Anleger die Unterlagen und Aussagen der Anbieter aufnehmen und hinterfragen sollten. Denn Umfang und Qualität der Informationen sind, wie FONDS professionell regelmäßig berichtet, in der Tat höchst unterschiedlich. Damit können insbesondere unerfahrene Anleger leicht überfordert sein.

Die AK will die Studie als Service für ihre Mitglieder verstanden wissen, die potenzielle Käufer der Vorsorgewohnungen sind. "Die Werbung für Vorsorgewohnungen zielt immer mehr auch auf den durchschnittlichen Arbeitnehmer ab, der zu einem kleinen Vermögen gekommen ist oder etwas gespart hat", meint Gabriele Zgubic, Abteilungsleiterin Konsumentenpolitik in der Arbeiterkammer Wien. (ae)


Die ausführliche Aufzeichnung des spannenden Streitgesprächs zwischen den AK-Vertretern und den Wohnungsanbietern lesen Sie in der aktuellen FONDS professionell-Ausgabe 3/2018, die vor kurzem erschienen ist.