Der Acatis Fair Value Deutschland ELM bekommt eine neue Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG): Zum 1. April übernimmt die Hansainvest die Verwaltung des Aktienfonds mit Fokus auf deutsche Nebenwerte, der künftig ELM Deutschland heißen wird. Technisch handelt es sich um eine Fondsverschmelzung: Die Vermögenswerte des Acatis-Fonds werden in die noch leere Hülle eines Hansainvest-Fonds übertragen. Die Wertpapierkennnummern (ISIN und WKN) werden beibehalten.

"Mit diesem Schritt bündeln wir die ELM-Fonds bei einer KVG, was Synergieeffekte mit sich bringt, die wir in Form von Kostenvorteilen an die Anleger weitergeben können", erläutert Christoph Gebert, Vorstand der Lübecker Investmentboutique Ehrke & Lübberstedt, der den ELM-Deutschland-Fonds berät.

Ohne Acatis hätte es den Fonds "vielleicht nie gegeben"
Hinzu kommt, dass Acatis nicht nur als KVG diente, sondern auch weitere Dienstleistungen übernahm, etwa mit Blick auf den Vertrieb. "Alles in allem wird die Gesamtkostenquote des Fonds im Zuge des KVG-Wechsels voraussichtlich um 50 Basispunkte sinken", so Gebert im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE.

Der Vermögensverwalter spricht mit Blick auf Acatis von einer sehr guten Partnerschaft, die Zusammenarbeit habe stets einwandfrei funktioniert. Ohne das Frankfurter Investmenthaus und seinen Gründer Hendrik Leber "hätte es unseren Fonds vielleicht nie gegeben", betont Gebert. Es sei allerdings auch verständlich, dass der ELM-Deutschland-Fonds mit einem Volumen von aktuell rund 45 Millionen Euro für ein milliardenschweres Haus wie Acatis mittlerweile nicht mehr die höchste Priorität genieße.

"Enorm günstig bewertet"
Früher war das anders: Der bereits 2003 aufgelegte Fonds verwaltete zeitweise über 200 Millionen Euro und zählte einst zu den Flaggschiffprodukten bei Acatis. Doch Fonds mit Fokus auf deutsche Nebenwerte waren bei Anlegern in den vergangenen Jahren alles andere als beliebt, was sich in Mittelabflüssen widerspiegelte. Hinzu kommt, dass der ELM-Fonds in sieben der vergangenen zehn Kalenderjahre hinter dem Durchschnitt seiner Vergleichsgruppe bei Morningstar zurückblieb. 2025 ließ er die Konkurrenz dagegen hinter sich, auch seit Beginn dieses Jahres schneidet er deutlich besser ab als der Wettbewerb und der Vergleichsindex.

Auch die absolute Performance fiel zuletzt äußerst positiv aus: 2025 legte der Fonds um fast 18 Prozent zu, seit Jahresbeginn um rund sechs Prozent. "Vieles spricht dafür, dass auch internationale Anleger das Segment jetzt wieder für sich entdecken", meint Gebert. "Wir haben viele Aktien von Unternehmen mit solidem Geschäftsmodell im Depot, deren Kurs-Gewinn-Verhältnis einstellig ist. Diese Titel sind im Vergleich zu anderen Bereichen des Aktienmarkts enorm günstig bewertet." (bm)