Die monatliche Fondsstatistik der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG) zeigt per 31.3.2020 wenig überraschend einen deutlichen Rückgang des verwalteten Fondsvolumens. Insgesamt ist das Fondsvolumen seit Jahresanfang um elf Prozent auf 164,14 Milliarden Euro gefallen. Trotz der Verwerfungen an den Börsen gab es laut VÖIG jedoch keinerlei Einschränkungen, was den Kauf- oder Verkauf von Fondsanteilen betrifft.

Die Vereinigung der heimischen Fondsanbieter betont daher, dass die Eigenschaften von Fonds in dieser schwierigen Phase von besonderem Vorteil sind: die Handelbarkeit, die gesetzlich verankerte Risikostreuung, die vollkommene Transparenz auch im Gebührenbereich, das Handeln der Wertpapiere ausschließlich im Kundeninteresse und der einzigartige Insolvenzschutz stehen derzeit verstärkt im Bewusstsein der Öffentlichkeit. 

"Anders als während der Finanzkrise 2008 sind die Kunden nicht im gleichen Maße verunsichert. Die österreichischen Fondsgesellschaften zeigen gerade in diesen Tagen verstärkte Präsenz gegenüber Kunden und Vertriebspartnern und nützen auch die neuen digitalen Vertriebs- und Informationskanäle. Kundennähe ist ein Gebot der Stunde. Das wird nach der Krise helfen, das Vertrauen in Fonds noch mehr zu stärken", ist VÖIG-Präsident Heinz Bednar überzeugt. 

2,17 Milliarden Euro an Nettomittelabflüssen
Trotz der Krise hielten sich die Abflüsse aus heimischen Fonds bis Ende März noch in Grenzen. So zeigen die VÖIG-Zahlen, dass sich der Großteil der Volumensveränderung aus Kursverlusten in Höhe von 18,12 Milliarden Euro zusammensetzt. Auf Nettomittelabflüssen entfallen 2,17 Milliarden Euro und 477 Millionen Euro auf Ausschüttungen. 1,27 Milliarden Euro an Nettomittelabflüsse entfallen dabei auf institutionelle Investoren und 895,96 Millionen Euro auf den Publikumsfondsbereich. Die größten Abflüsse sind im Rentenfondsbereich mit rund 1,81 Milliarden Euro ersichtlich. Im Aktienfondsbereich kam es zu Nettomittelabflüssen von rund 825,25 Millionen Euro und im Bereich der gemischten Fonds flossen 479,50 Millionen Euro zu. 

Die Volumenrückgänge fanden ausschließlich im Monat März statt. Davor gab es in den Monaten Jänner und Februar Nettomittelzuflüsse von über 1,03 Milliarden Euro, die durch Covid-19 zunichte gemacht wurden. "Wir waren vor Corona auf einem guten Weg. Jetzt liegt die Priorität selbstverständlich bei der Gesundheit. Aber die Märkte zeigen bereits erste Zeichen von Stabilisierung. Die Zeit erhöhter Volatilität wird sich noch ein wenig fortsetzen, doch wie immer ist es nur eine Frage der Zeit bis wir wieder den langfristigen Wachstumspfad betreten", so Bednar.

Kurzfristig Immobilienfonds Performance-Sieger 
Performancesieger im Ein-Jahres-Zeitraum waren die Immobilienfonds mit 2,68 Prozent. Im Bereich der vermögensverwaltenden Fonds bewegte sich die Performance zwischen rund -7,07 und -3,22 Prozent. Im Rentenbereich performten die Rentenfonds mit Schwergewicht Euro mit -0,54 Prozent und in Fremdwährung mit 1,71. Die Aktienfonds performten in allen Kategorien negativ. 

Gemischte Fonds schlugen sich tapfer 
Angesichts der Volatilitäten mit dem größten Kurssturz seit Jahrzehnten und Tagen mit den stärksten Anstiegen in der Geschichte sei das kurzfristige Abschneiden der gemischten Fonds bemerkenswert: Mit Wertrückgängen im mittleren einstelligen Bereich (auf 1 Jahr) seien Anleger relativ glimpflich davon gekommen und hätten zudem die Chance, insbesondere mit Hilfe des regelmäßigen Fondssparens den Cost-Average Effekt zu nutzen und die Verluste wieder aufzuholen und, so Bednar: "Kein Wunder, dass gemischte Fonds heuer trotz Corona einen Nettomittelzuwachs verbuchen können: Sie bleiben langfristig interessant mit Risikopuffer". 

Trend zu nachhaltigen Fonds immer stärker 
Im Bereich der Nachhaltigen Investmentfonds (gemessen am Umweltzeichen 49) erhöhte sich das Fondsvolumen seit Jahresbeginn von rund 10,55 Milliarden. Euro auf 10,70 Milliarden), von 2018 auf 2019 hatte sich das Volumen fast verdoppelt. (gp)