Die Fondsgesellschaft Vanguard senkt bei einem ihrer meistverkauften börsengehandelten Fonds (ETFs) in Europa die Gebühren. Und zwar kappt der Indexfonds-Pionier bei dem Vanguard FTSE All-World ETF die Gesamtkostenquote von 0,19 auf 0,14 Prozent per annum. Dies teilte der Asset-Management-Riese mit Hauptsitz in Malvern im US-Bundesstaat Pennsylvania mit. Dies entspreche einer Reduktion von mehr als 25 Prozent. Vanguard schätzt, dass Anleger dadurch jährlich rund 37 Millionen US-Dollar an Gebühren sparen.

Der Vermögensverwalter hatte bereits im vergangenen Jahr bei mehreren seiner Aktien- und Anleihen-ETFs die Gebühren gesenkt. Die Gesellschaft beziffert die Einsparungen für Anleger auf insgesamt mehr als 80 Millionen Dollar. "Diese Gebührensenkung spiegelt Vanguards langjähriges Engagement wider, Skaleneffekte an unsere Anleger weiterzugeben, die Kosten zu senken und unseren Investoren so bessere Anlageergebnisse zu ermöglichen", kommentiert Jon Cleborne, Europachef von Vanguard, den jüngsten Schritt.

Ein Preiskampf tobt
Gerade bei Weltaktien-ETFs hatten in diesem Jahr mehrere Anbieter die Kosten gekappt, darunter die DWS mit ihrer Passiv-Sparte Xtrackers, UBS Asset Management oder Invesco. Generell tobt im Geschäft mit börsengehandelten Fonds ein Preiskampf.

Bei den Standardbarometern sowie gängigen Marktsegmenten unterbieten sich die Akteure, um ein größeres Volumen zu ergattern. Mit steigendem Vermögen nehmen auch die Skaleneffekte zu. Auf der anderen Seite steht das Kalkül mancher Anbieter, Anleger mit günstigen Einstiegsprodukten auf das jeweilige Sortiment aufmerksam zu machen, um ihnen dann Produkte mit höheren Gebühren anzubieten. (ert)