Russlands Angriff auf die Ukraine hält die Welt in Atem – und wirbelt die Finanzmärkte durcheinander. Die Börsen rutschen allerdings nicht auf breiter Front ab. "Bei dieser Marktkorrektur sind nicht alle Regionen und Sektoren gleichermaßen stark betroffen", sagt Leo Willert, Gründer und Chef von Arts Asset Management aus Wien. Neben vielen Verlierern hätten sich auch Gewinner herauskristallisiert. Als Beispiel nennt er den Rohstoffsektor oder auch Regionen wie Thailand oder Indonesien.

"Solch eine divergierende Tendenz, die neben deutlichen Kursrückgängen auch Kursgewinne aufweist, gab es schon bei Börsen-Crashs in der Vergangenheit, zuletzt aber vor fast 20 Jahren, in den Jahren 2000 bis 2003", erinnert sich Willert. Die letzten großen Börseneinbrüche, etwa der während der großen Finanzkrise 2008, kannten hingegen nur eine Richtung: "Sämtliche Sektoren bewegten sich gen Süden", so der Fondsmanager, der sich auf Trendfolgeansätze spezialisiert hat.

Nur noch jeder zweite Mischfonds-Euro steckt in Aktien
Willert versucht, von dieser Divergenz an den Märkten zu profitieren. So hat er beispielsweise im Dachfonds C-Quadrat Arts Best Momentum, der in Aktienfonds investiert, das Engagement im Rohstoffsektor aufgrund der positiven Kursentwicklung dieser Branche auf 40 Prozent ausgebaut.

Die allgemeine Aktienquote in den Mischfonds seines Hauses hatte er bereits seit Mitte Januar schrittweise reduziert, als sich erste Marktturbulenzen abzeichneten. Mit dem Start des Ukraine-Kriegs liegt diese nur noch bei etwa 50 Prozent. Auch "Stop Loss"-Limits wurden gerissen, Positionen verkauft und in den Geldmarkt umgeschichtet. "Die 50-prozentige Aktienquote spiegelt die derzeitige Lage wider. Wenn sich der Abwärtstrend in den kommenden Wochen fortsetzt, werden wir die Aktienquote weiter reduzieren und sogar möglicherweise auf null Prozent senken", sagt Willert. (bm)