Der Indexanbieter Stoxx hat ein Börsenbarometer entwickelt, dass die bestbewerteten Fondsmanager herauspickt. Die neue Messlatte stützt sich dabei auf die Ratings des Branchendienstes Citywire. Der "iStoxx-Top-Citywire-Fund-Managers-Index" umfasst jeweils die talentiertesten Fondslenker aus den vier Bereichen globale Aktien, Anleihen sowie Hochzinsanleihen und Mischfonds.

In die Auswahl gelangen Portfolios, die in der Vergangenheit ein besseres Risiko-Rendite-Verhältnis als ihre direkten Wettbewerber bewiesen und die Konkurrenz übertroffen haben sowie die von Managern mit gutem Citywire-Rating gelenkt werden. Dieses rückt die individuelle Leistung eines Managers in den Vordergrund. Andere Ratings stellen hingegen vor allem auf die Entwicklung eines Fonds ab, egal wer ihn in der Vergangenheit gesteuert hat.

Hintergrund: Im Laufe der Zeit können Fondsverantwortliche wechseln. Der Erfolg oder Misserfolg eines Fonds kann also unterschiedliche Väter haben. So mag ein Lenker bei seinem aktuellen Prestigeprofolio ein gutes Händchen bewiesen, bei früheren Arbeitgebern aber danebengegriffen haben. Solche "Jugendsünden" will das Citywire-Rating nicht unter den Teppich kehren, sondern ebenfalls berücksichtigen. Zudem steuern Manager nicht immer nur einen Fonds, sondern agieren beispielsweise als Co-Manager bei anderen Strategien. Auch deren Entwicklung – ob besonders gut oder unterdurchschnittlich – fließt in die Bewertung des Managers ein.

Einblick in die Gebührenpraxis
Aus den Unterlagen zu dem neuen Barometer geht hervor, dass jeweils die günstigsten institutionellen Anteilsklassen der ausgewählten Fonds herangezogen werden sollen. An den Anbieter des Indexprodukts fließt dann eine Gebühr von 0,5 Prozent des investierten Volumens. In dem Dokument verweist Stoxx darauf, dass dieses Verfahren transparenter sei als die gängige Praxis.

Üblicherweise würden die Index-Produktanbieter einen "undurchsichtigen" Rabatt von den Fondsgesellschaften auf die Gebühren der Retail-Anteilsklasse gewährt bekommen, heißt es in den Unterlagen. Dieser Nachlass beim Entgelt komme aber nicht den Endanlegern des Indexprodukts zugute, sondern werde von den Produktanbietern einbehalten, um ihre Kosten für die Nachbildung des Index zu decken.

Variante mit geringen Schwankungen
Entwickelt hat den iStoxx-Top-Citywire-Fund-Managers-Index das Analysehaus Qontigo, das ebenso wie Stoxx zur Unternehmensgruppe der Deutschen Börse gehört. Die Barometer-Bauer lizensierten den Fondsmanager-Index für die Schweizer Großbank Credit Suisse, die Index- sowie strukturierte Produkte auf dieser Grundlage auflegen will. So wird in den Stoxx-Dokumenten eine risiko-kontrollierte Variante des Index erwähnt. Dabei sollen Schwankungen des Barometers auf acht Prozent begrenzt werden.

"Diese Initiative soll Investoren helfen, sich im breiten Angebot an Publikumsfonds, Managern und Anlageklassen zurechtzufinden. Investoren können so dem dynamischen Universum top-benoteter Fondsmanager und einem Multi-Asset-Ansatz profitieren", sagt Florent Breemeersch von der Credit Suisse. Darüber, welche Fondsmanager das Barometer enthält, finden sich noch keine Angaben. (ert)