Es liegt wieder vor, das Fondsrating-Update von Scope. Über 6.100 UCITS-Portfolios haben die Analysten der Ratingagentur dafür unter die Lupe genommen. Nun haben sie ihr jüngstes Urteil veröffentlicht. Dieses dürfte bei Pictet Asset Management für Freude sorgen: Pünktlich zum Weltwassertag am 22. März wird der Wasserfonds des Schweizer Vermögensverwalters, der Pictet - Water, von der zweitbesten Bewertungsstufe "B" auf die Spitzennote "A" hochgestuft. Damit steigt der Pictet-Wasserfonds auf die bestmögliche der fünf Scope-Ratingstufen ("A" bis "E") auf. 

Der Themenfonds – übrigens das Portfolio mit der längsten Datenhistorie in der Vergleichsgruppe "Aktien Wasser" – stieß erst im August 2018 in den Top-Rating-Bereich ("A" und "B") vor. Die beiden verantwortlichen Manager Cédric Lecamp und Louis Veilleux ihalten weltweit Ausschau nach besonders vielversprechenden Unternehmen aus den Bereichen Wasserversorgung, -technologie und -aufbereitung. "Ein Grund für das Upgrade ist die Outperformance gegenüber dem MSCI World in den vergangenen sechs Monaten", begründet Scope-Analyst Martin Fechtner die Hochstufung. Auch über  längere Zeiträume hat der Fonds überzeugende Performance-Werte gezeigt: Mit jährlich 9,1 Prozent auf Fünf-Jahressicht liegt er deutlich über dem Wettbewerbs-Durchschnitt der Peergroup "Aktien Wasser" (7,6 Prozent jährlich).

Die zehn größten Fonds mit einem Upgrade im Februar

Doch nicht alle geprüften Portfolios konnten in der neuesten Leistungsschau überzeigen. Der volumenstärkste Fonds mit einem Downgrade ist in der aktuellen Ratingübersicht der BGF Euro Bond. Die Scope-Analysten haben das knapp fünf Milliarden Euro schwere Blackrock-Dickschiff aus der Peergroup "Renten Euro" von "A" auf "B" herabgestuft. Zuvor hatte der Rentenfonds fünf Jahre lange ohne Unterbrechung die Spitzennote "A" bekommen.   

Während der BGF Euro Bond auch nach dem Downgrade noch ein Top-Rating hält, verliert der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen seine Spitzenbewertung. Immerhin seit September 2013 hielt der rund 2,5 Milliarden Euro schwere Fonds von Starmanager Frank Fischer stets ein "A"- oder "B"-Rating. Nun hat er ein "C" bekommen. Ein wesentlicher Grund dafür ist Scope-Fachmann Fechtner zufolge, dass die Performance mit 1,2 Prozent im laufenden Jahr deutlich unterhalb des Peergroup-Durchschnitts liegt. Auch Morningstar hatte das quantitative Sterne-Rating für den Fischer-Fonds Ende Februar von fünf auf vier Sterne abgesenkt.

Fischer räumt Blessuren auf der Aktienseite ein
Ein Grund für die schwächere Performance des Fonds ist in der Trendwende an den Aktienmärkten im Herbst 2018 zu sehen, von der vor allem Nebenwerte und Value-Titel betroffen waren. "Für das Portfolio des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen hatte die Entwicklung negative Konsequenzen", erläutert Fischer auf Nachfrage von FONDS  professionell ONLINE. Hinzu gekommen seien überproportionale Performance-Belastungen durch einzelne Titel wie Telecom Italia oder Gerry Weber. 

Durch die Erholung an den Kapitalmärkten zu Jahresbeginn 2019 konnte der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen zwar etwas zulegen. "Da wir unsere Aktienquote nach den ersten Januartagen aber insgesamt verringert hatten, war die Performance zwar positiv, fiel aber relativ gesehen schwächer aus", erklärt Fischer. Ein Auseinanderlaufen zwischen Value- und Growth-Strategien sei am Ende einer Hausse allerdings öfter zu beobachten. "Mittelfristig werden sich fundamentale Bewertungen durchsetzen, wovon Fonds wie unsere dann wieder profitieren sollten."

Die zehn größten Fonds mit einem Downgrade im Februar

Die Scope-Analysten haben aber nicht nur neue Noten vergeben. Zusätzlich haben sie sich die Ratings der 25 größten Aktienfonds angeschaut. Zusammen verwalten diese mehr als 180 Milliarden Euro. Auffällig ist dabei, dass 80 Prozent der Fonds-Schwergewichte ein Top-Rating halten. Über die Gesamtheit aller 6.100 geprüften Portfolios hinweg beträgt die Top-Rating-Quote hingegen nur rund 33 Prozent.

Für die hohe Konzentration von Spitzennoten unter den großvolumigen Aktienfonds hat Scope eine wesentliche Erklärung: Fonds, die in ihrer Peergroup über einen längeren Zeitraum zu den Top-Produkten zählen, also verlösslich Outperformance generieren und über Top-Ratings verfügen, ziehen regelmäßig Anlegergelder an. Diese Konzentration der Mittelzuflüsse auf wenige Top-Produkte lasse sich in nahezu allen Fonds-Peergroups beobachten. (am)


So bewertet Scope die Fonds
Das Scope Fondsrating bewertet die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Das Rating reflektiert unter anderem die langfristige Ertragskraft und die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und das Verlustrisiko.

Die Ratingagentur bewertet laut eigenen Angaben aktuell exakt 6.131 in Deutschland zum Vertrieb zugelassene Investmentfonds (UCITS). Das investierte Vermögen dieser Fonds summiert sich auf rund drei Billionen Euro. Das Fondsrating von Scope umfasst fünf Ratingstufen von A bis E. Als Top-Rating gelten A- und B-Ratings. Die Fondsratings sind aktuell wie folgt verteilt:

•    521 Fonds mit A-Rating (8,5 %)
• 1.582 Fonds mit B-Rating (25,8 %)
• 1.984 Fonds mit C-Rating (32,4 %)
• 1.538 Fonds mit D-Rating (25,1%)
•   506 Fonds mit E-Rating (8,2%)