Als Chief Investment Officer (CIO) der DWS formuliert Stefan Kreuzkamp einerseits die Hausmeinung des Asset Managers. Andererseits gibt es den Portfoliomanager, der für seinen Fonds verantwortlich ist. Wie passt das zusammen? "Ich gebe nie die Richtung eines einzelnen Fonds vor", betont Kreuzkamp im Interview mit FONDS professionell, das in voller Länge in der aktuellen Ausgabe 4/2018 erschienen ist.

"Im CIO-Office äußern wir unsere Marktmeinung", erläutert Kreuzkamp. "Dabei handelt es sich übrigens nicht um meine persönliche Meinung. Sie wird gemeinsam mit allen Teams erarbeitet. Wir diskutieren jedes Quartal einen Tag über die Märkte und veröffentlichen anschließend unsere gemeinsame Sicht." Dieser "CIO-View" werde dann überall auf der Welt von der DWS vertreten.

Im Zweifelsfall stellt Kreuzkamp den Fondsmanager zur Rede
Kreuzkamp gibt ein Beispiel, wie der "CIO-View" seinen Weg in die einzelnen Portfolios findet: "Wenn wir davon überzeugt sind, dass der Dollar weiterhin stark bleibt, mag der Manager eines globalen Fonds das auf verschiedene Weise umsetzen: Er kann auf einen steigenden Dollar setzen, er kann die Währung neutral zu seinem Vergleichsindex halten, aber er kann nicht auf einen fallenden Dollar wetten." Er folge also dem CIO-View, behalte aber die nötigen Freiheitsgrade. "Wir veröffentlichen beispielsweise auch Einschätzungen zu den verschiedenen Sektoren", so Kreuzkamp. "Welche Einzeltitel der Fondsmanager dann aber aussucht, bleibt allein seine Entscheidung."

Und wenn der Manager den Dollar doch shortet? "Dann muss er einen guten Grund dafür nennen", betont der langjährige DWS-Manager. "Das kann durchaus vorkommen, etwa weil ein institutioneller Investor in seinem Mandat explizit kein Dollar-Risiko haben möchte. Das ist natürlich völlig in Ordnung." Kreuzkamp sieht in aggregierter Form, welche Positionen vom CIO-View abweichen. "Dann kann ich beim Portfoliomanager nachfragen, was es mit diesen Positionen auf sich hat", erläutert er. (bm)


Im ausführlichen Interview spricht Kreuzkamp auch über die jüngsten Turbulenzen an den Kapitalmärkten, die hohen Mittelabflüsse aus den hauseigenen Flaggschifffonds und die Frage, was acht Monate nach dem Börsengang der DWS von der Aufbruchstimmung im Haus noch geblieben ist. Angemeldete FONDS professionell KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch im E-Magazin abrufen.