Scope-Rating: Acatis-Flaggschiff rutscht weiter ab
Die Agentur Scope hat die Ratings für rund 7.300 Fonds aktualisiert. Für den Acatis Value Event Fonds gab es dabei schlechte Nachrichten: Der ehemals top bewertete Fonds trägt nun die zweitschlechteste Note.
Der Acatis Value Event Fonds hat von der Ratingagentur Scope in der aktuellen Auswertung eine noch schlechtere Note bekommen: Der rund 4,6 Milliarden Euro schwere Mischfonds wird nur noch mit einem unterdurchschnittlichen "D" bewertet – auf einer Skala von "A" bis "E". Bereits Anfang 2026 hatte der Fonds, dessen Strategie bis zur Trennung 2024 jahrelang von den beiden Fondsberatern Uwe Rathausky und Henrik Muhle von Gané vorgegeben worden war und der in dieser Zeit auch stets mit "A" oder "B" bewertet wurde, erstmals nur ein "C" bekommen.
Der neue Fondsmanager Johannes Hesche konnte den Verfall der Rating-Punktzahl nicht aufhalten. Besonders trostlos sieht laut Scope die Bilanz über ein Jahr aus: "Der Fonds bescherte seinen Anlegern leichte Verluste (-0,7%), die Peergroup dagegen kam auf ein zweistelliges Plus (13,4%). Die Risikokennzahlen der jüngeren Vergangenheit fallen gemischt aus", kommentiert Scope-Analyst Florian Koch.
Boutiquenfonds auf dem Weg nach ganz oben
Andere Fonds dagegen verbesserten sich. Seit seiner ersten Bewertung durch Scope im Februar 2020 trägt der Eleva European Selection Fund ein Top-Rating. Meist war dies ein solides "B", gelegentlich gelang ihm auch der Sprung auf die höchste Ratingstufe – so wie im aktuellen Monat.
"Portfoliomanager Eric Bendahan ist ein erfahrener Experte für europäische Aktien, der sich 2014 mit seiner eigenen Investmentboutique selbstständig gemacht hat. Über alle betrachteten Zeiträume liegt der Fonds klar vor seiner Peergroup, auf fünf Jahre etwa erzielte er 11,0 Prozent p.a., die Vergleichsgruppe nur 6,9 Prozent p.a.", berichtet Koch.
Goldminen glänzen wieder
Und auch ein Goldminenfonds befindet sich "auf einem richtig guten Weg": der Schroder ISF Global Gold. Der Fonds, der in Aktien von Unternehmen aus der Goldbranche investiert, war den größten Teil des Jahres 2025 mit "C" bewertet. Dann folgte ein halbes Jahr mit "B"-Rating, und nun kann er sich mit Note "A" schmücken.
Im Portfolio finden sich die bedeutendsten Goldminengesellschaften weltweit. "Mit Goldminen-Aktien ließ sich in den vergangenen Jahren viel Geld verdienen, und dem Schroders-Fonds ist dies noch ein bisschen besser gelungen als der Konkurrenz. So wuchs sein Wert binnen drei Jahren um 46,9 Prozent p.a., während die Vergleichsgruppe 'nur' auf 40,1 Prozent p.a. kam. Im Gegenzug mussten Anleger in dieser Zeit außergewöhnlich hohe Schwankungen hinnehmen (34,9% p.a.)", schreibt Scope-Experte Koch dazu. (fp)
Zur Ratingmethodik: Das Scope-Fondsrating bewertet die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Das Rating reflektiert unter anderem die langfristige Ertragskraft und die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und das Verlustrisiko. Das System umfasst fünf Ratingstufen – von "A" bis "E". Als Top-Noten gelten "A" und "B". Ein qualitatives Rating, das eine tiefgehende Einsicht in die Arbeitsprozesse voraussetzt, wird nur im Auftrag der jeweiligen Fondsgesellschaft vorgenommen. Für Fonds mit einer Historie von über 60 Monaten wird von Scope ohne Auftrag ein rein quantitatives Rating ermittelt.




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