Scope: Mischfonds-Riese von Union Investment erhält Spitzennote
Die Agentur Scope hat ihr monatliches Rating-Update veröffentlicht. Ein bekannter Mischfonds von Union Investment bekam die Bestnote "A". Aufwärts ging es auch für einen Rentenfonds von Morgan Stanley, dagegen muss sich ein Aktien-Portfolio von Ninety One nun mit einem "D" begnügen.
Neuer Monat, neue Noten: Die Ratingagentur Scope hat die Einstufungen für fast 7.300 Fonds aktualisiert. Dabei hat ein Produkt seinen Durchmarsch seit Sommer 2023 aus dem Keller beendet und trägt nun die Spitzennote "A" – auf einer Skala von "A" bis "E": der Privatfonds: Kontrolliert von Union Investment. Der über 16 Milliarden Euro schwere defensive Mischfonds wurde vor drei Jahren noch mit einem "D" bewertet, seither ist seine Rating-Punktzahl fast ununterbrochen gestiegen.
"Maßgeblichen Anteil an der guten Bewertung hat die starke Performance in der jüngeren Vergangenheit: In den vergangenen zwölf Monaten stieg der Anteilswert um 11,9 Prozent – eine herausragende Leistung für einen defensiven Mischfonds", schreibt Scope-Analyst Florian Koch. Das Fondsvermögen steckt in Aktien, Anleihen (inklusive High Yield), Geldmarktinstrumenten, Rohstoffen und Währungen. Der Aktienanteil liegt im Regelfall zwischen fünf und 45 Prozent, aktuell bewegt er sich am oberen Ende dieser Spanne.
Anleihenmix performt seit Jahren überdurchschnittlich
Auch der MSIF Global Fixed Income Opportunities Fund trägt wieder ein "A", nachdem er in den vergangenen zwölf Monaten "nur" mit "B" bewertet wurde. Das Portfolio enthält Scope zufolge einen Mix aus Unternehmensanleihen (Investment Grade und High Yield), forderungsbesicherten Wertpapieren (MBS, ABS) und Staatsanleihen. Nahezu alle Titel lauten auf US-Dollar.
Über alle betrachteten Zeiträume liegt der Fonds in puncto Rendite vor seiner Peergroup: "Während Euro-Anleger mit gemischten globalen Rentenfonds in den vergangenen fünf Jahren im Mittel fast kein Geld verdient haben, kam das Morgan-Stanley-Produkt auf einen Zuwachs von knapp drei Prozent per annum. Im Gegenzug mussten Anleger eine höhere Volatilität und höhere zwischenzeitliche Verluste hinnehmen", bemerkt Koch dazu.
Markenstrategie überzeugt im globalen Wettbewerb nicht
Dagegen rutschte der Ninety One GSF Global Franchise erneut ab: Von Anfang 2023 bis März 2025 ging es mit dessen Rating-Punktzahl stetig bergab. Als der Fonds im März 2025 ein "D" erhielt, schien dies Scope zufolge ein Weckruf gewesen zu sein, denn anschließend verbesserte sich die Bewertung zusehends. Doch seit drei Monaten ist die Erholung beendet und nach der jüngsten Aktualisierung trägt der Fonds erneut ein "D"-Rating.
Investiert wird vornehmlich in Aktien von Unternehmen, die eine hohe Qualität versprechen und in der Regel mit weltweit vertretenen Marken oder Franchiseunternehmen verbunden sind. "Dieser Ansatz ist zwar vielversprechend, brachte in den vergangenen Jahren aber nicht die erhofften Zuwächse. Binnen drei Jahren etwa erzielte der Fonds ein jährliches Plus von 6,7 Prozent, die Peergroup Aktien Welt stieg derweil um 12,4 Prozent p.a.", führt Scope-Experte Koch aus. (fp)
Zur Ratingmethodik: Das Scope-Fondsrating bewertet die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Das Rating reflektiert unter anderem die langfristige Ertragskraft und die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und das Verlustrisiko. Das System umfasst fünf Ratingstufen – von "A" bis "E". Als Top-Noten gelten "A" und "B". Ein qualitatives Rating, das eine tiefgehende Einsicht in die Arbeitsprozesse voraussetzt, wird nur im Auftrag der jeweiligen Fondsgesellschaft vorgenommen. Für Fonds mit einer Historie von über 60 Monaten wird von Scope ohne Auftrag ein rein quantitatives Rating ermittelt.















