Die Raiffeisen Bank International (RBI) ist der European Payments Initiative (EPI) beigetreten. Das verkündete die börsenotierte Bank, die in Österreich im Unternehmens- und Investmentbanking und in rund einem Dutzend CEE-Märkten auch als Universalbank tätig ist.

Die EPI wurde von 14 Großbanken beziehungsweise Zahlungsdienstleistern gegründet, mit dem Ziel, eine einheitliche europäische Zahlungslösung zu schaffen. Dieser Zahlungsdienst läuft unter dem Namen Wero. Bisher wird der Onlinezahlungsverkehr in Europa von US-Anbietern wie Paypal oder den großen Kreditkartenanbietern dominiert. Zunehmend wird das zum strategischen Problem. Nicht nur aus Gründen des Datenabflusses in die USA, sondern auch wegen der Unsicherheiten durch das imperiale Auftreten unter US-Präsident Donald Trump.

RBI als Servicierer der Händler
Die RBI ist an dem Projekt als Acceptor Payment Service Provider (PSP) beteiligt. Sie ermöglicht es ihren Unternehmenskunden (etwa einem Onlineshop oder später geplant einem stationären Geschäft), bei der Zahlung auch Wero anzubieten. Die Kunden des Geschäfts können darauf bei Wunsch zurückgreifen, müssen aber dafür nicht RBI-Kunden sein. Die RBI organisiert die Abwicklung im Hintergrund, wie ein Sprecher erklärt.

Wero ermöglicht Zahlungen von Konto zu Konto und ist darauf ausgelegt, Zahlungen für Verbraucher und Händler zu vereinfachen. Verbraucher können Wero bis jetzt als App oder im Onlinebanking in den Kernmärkten Belgien, Frankreich und Deutschland nutzen, um Geld zwischen Familie und Freunden zu transferieren oder gewisse geschäftliche Beträge zu bezahlen. Mit der RBI tritt erstmals ein Institut mit Hauptsitz außerhalb dieser Kernmärkte bei.

Alle Banken Österreichs prüfen Einstieg
Die gesamte österreichische Bankenbranche hat im Sommer angekündigt, einen Wero-Einstieg zu prüfen. Bis jetzt gab es von den Bankenvertretern in der Wirtschaftskammer keine Rückmeldung, was daraus wurde.

Wero gilt im Hintergrund auch als eine Option, um den digitalen Euro der EZB zu verhindern. Das Konzept sieht bisher vor, dass ein gewisser Betrag vom Konto automatisch in digitale Euro umgewandelt wird, was den Banken naturgemäß aus Liquiditätsgründen nicht gefällt. (eml)